Sonntagmorgen werden wir durch Glockengebimmel in unserem Schlaf gestört. Eine kleine Schafherde findet das Gras an unserem Parkplatz besonders lecker.😋 Wir drehen uns nochmal um. Schon lange nicht mehr soo gut geschlafen. Nach dem Frühstück, so iwann gegen Mittag 😇, geht es gemütlich weiter südlich. (Kleines Wortspiel 🤭)

Auf der Straße 810 finden wir uns zunächst im Schwarzwald wieder, dann haben wir das Gefühl in Kanada unterwegs zu sein. Bald überschreiten wir wieder den Polarkreis, diesmal von Nord nach Süd.

Wir fahren die 810 bis Mo i Rana und dann wieder auf der E6 Richtung Trondheim. Kurz nach Mo i Rana suchen wir einen ruhigen Schlafplatz. Irgendwo im Wald werden wir fündig. Den notwendigen Abstand zum nächsten Privathaus halten wir ein. Nach einem leckeren Frühstück „Hermann Special“ (Rührei mit knusprigem Speck) geht’s weiter.

Es gilt eine besondere Straße zu erkunden: die 17, auch Kystriksveien genannt, die durch Helgeland führt. Für die Straße wird Maut fällig, die beiden Fähren sind kostenlos. Erst haben wir gutes Wetter. Je südlicher wir kommen, umso schlechter wird es.

Nach 2 Tagen Wildcampen oder wie es heutzutage so cool heißt „autark stehen“ brauchen wir wieder einen Platz, der uns mit Strom versorgt. Bei den ersten beiden Plätzen fahren wir nach kurzer Besichtigung direkt weiter. Dann entscheiden wir uns für einen CP am Fluss. Hinter uns rauscht der Verkehr von der E6 vorbei, auf der Flussseite der Zugverkehr nach Trondheim. Es gibt für Männlein/Weiblein je 2 Toiletten und Duschen für den ganzen Platz, vorn neben der Rezeption. Dafür bezahlen wir stolze 350 NK, davon 75 Kronen extra für Strom, der hier quasi nichts kostet. Das sind ca. 32 Euro. Teure Parkplatzgebühr. Da es nicht soviele CP gibt, braucht man sich nicht soviel Mühe zu geben. Die Touris zahlen ja. Wir finden das sehr, sehr schade. So ein wunderschönes Land. Aber das hinterlässt einen faden Beigeschmack. In Schweden ist uns das so nicht passiert. Das es mit der Touri Abzocke noch besser geht, ahnen wir da noch nicht. Am nächsten Tag fahren wir weiter Richtung Trondheim. Unterwegs füllen wir nochmal 1 Gasflasche auf. Dies ist nur in wenigen Orten möglich. Dann suchen wir ziemlich bald einen Nachtplatz. Leider gibt’s keine vernünftigen „wilden“ entlang der E6. Schließlich fahren wir durch bis kurz vor Trondheim und buchen 2 Nächte CP.

Der CP, direkt am Fjord, ist der teuerste bisher: 50 Euro für 1 Nacht. Dafür dürfen wir unseren Wowi abstellen und das Stromkabel anschließen. Das Duschen kostet extra. Als wir einen kurzen Blick in die nicht gereinigten Duschen werfen, entschließen wir uns, 2 Tage darauf zu verzichten. Die Zuglinie führt diesmal mittendurch den CP. Trotzdem haben wir keine Wahl: dies ist der naheste Platz zu Trondheim. Sonst gibt’s nur noch 1 Stellplatz am Hafen. Auch nix besser.

Am nächsten Tag entschädigt uns Trondheim mit einer schönen Altstadt und einem beeindruckenden Nidaros Dom. Die Führung auf Deutsch ist im Eintrittspreis enthalten.

Donnerstag machen wir uns auf in Richtung Bergen über Kristiansund. Unterwegs macht Hermann noch einen Schlenker über eine neue Küstenstraße.

Hier hat der berühmte Harald Schönhaar, der als erster König Norwegens gilt, den Grundstein für dieses schöne Land gelegt. Denn hier hat er nach siegreichem Kampf mehrere Wikinger Stämme vereinigt. Der schöne Harry ist auch der Uropa von Olav dem Heiligen. Das ist der, den sie unter dem Nidaros Dom beerdigt haben und der angeblich nach seinem Tod soviele Wunder bewirkt hat. Als König wollten sie ihn nicht, als Heiligen konnten sie ihn gut gebrauchen. 😇

Wir finden einen ganz wunderbaren Platz oberhalb des Fjords, Olav sei Dank. 😉Endlich mal wieder eine ruhige Nacht.

Denkste: in der Nacht kommt Sturm auf. Am frühen Morgen setzt Sintflutartiger Regen ein. Vom Fjord nix mehr zu sehen. Alte Germanen wie uns erschüttert das nicht. Kristiansund ist nicht weit. Die Fähre startet sofort mit uns. Leider ist der alte Fischereihafen dort nicht mehr vorhanden. Nix mit frischen Krabben. Nur noch Sportboote und Kreuzfahrtriesen. Und es regnet in einem fort. Hermann fährt auf der berühmten Atlantikstraße. Mit besonders schönen Ausblicken. Tja, leider kommt das bei dem Wetter nicht so rüber.

In Ålesund angekommen, 1 Versuch auf dem Stellplatz am Hafen unterzukommen. 1 weiterer auf einem CP iwo in der Stadt. Nach 1 halben Stunde herumkurven gibt Hermann genervt auf.

Weiter geht’s Richtung Bergen. An der E39 halten wir auf dem Parkplatz an einer Kirche. Unsere Jungs verlieren gegen Spanien. Nicht unerwartet, trotzdem bitter. Jetzt hilft nur noch ’ne Aufbackpizza aus dem Omnia. Wenigstens das funktioniert. Am Samstagmorgen machen wir uns auf den Weg. Hermann erinnert sich an einen Ort, wo er vor 40 Jahren mal mit einer Busgesellschaft war. In Loen im Hotel Alexandra. Das Hotel gibt’s noch. Und mehrere Campingplätze, einer etwas außerhalb direkt am Bergsee.

Als wir dort ankommen sind wir mal positiv überrascht. Tolle Gegend, sehr nette Betreiberfamilie, sehr schöner CP. Hochpreisig aber alles tippitoppi. Der Chef empfiehlt uns, bei dem guten Wetter einen Ausflug zum Gletscher zu machen. Zeigt Hermann eine Privatstraße, auf der man ziemlich nah herankommt. Dann nur noch ein „paar“ Meter wandern…die Ausblicke auf dieser Straße: sensationell.

Vom kleinen Parkplatz geht es auf Bergziegenpfaden immer höher. Als immer mehr Felsen im Weg rumliegen, machen Ulla’s Knie nicht mehr mit. Wir drehen um und gehen zurück. Abends sind wir begeistert von der Foto Ausbeute. Das türkisfarbene Wasser vom Gletschersee unglaublich! Aber schaut euch selbst die Bilder dieser vielen Panoramastraßen an.

