Heidekraut und Heidelbeeren

Sonntag fahren wir gen Göteborg. Hermann hat eine Anfrage bei einem sehr kleinen CP gestartet, der direkt am Holsjön liegt. Der kleine Ort heißt Holsljunga. Die positive Antwort ließ nicht lange auf sich warten.

So ein Natur-Campingplatz ist mehr unser Ding. Allerdings könnten wir eine deutsche Kolonie gründen: SK/CE/WL/OL/KR sind hier außer uns vertreten.

Die Krefelder stehen hier mit einem MAN Mega Angeber Geschoss. Das Teil kostet neu ab 400.000 Euro. Mit eingebautem Bad braucht er die schwedischen Sammel-Duschvorhang Kabinen nicht nutzen. Aber: da es auch für ihn keinen direkten Wasseranschluss gibt, verbringt er den größten Teil des Tages mit Wasserschleppen😇 iwas ist immer. Die Show stiehlt ihm dann etwas später diese auseinander ziehbare Wohndose. Das neueste auf dem Markt derzeit. Zu bekommen ab 30.000 €.

Wir bauen unser „mini‘ Equipment auf einschließlich der Kajaks und werfen anschließend den Grill für unsere Steaks an. Zufriedenheit pur.🥰

Montag: Wetter trocken, erstmal Frühstück. Der Duft unseres handgemachten Kaffees scheint den Platz zu wecken😊 während sich die eine Hälfte abreisefertig macht, ziehen wir Badesachen an. Als wir mit den Kajaks loswollen, setzt der Regen ein. Hört auch nicht wieder auf bis zum Abend. Also Lese-und Dödeltag. Eine Freundin schickt Urlaubsfoto aus Schottland: very shice weather. Aber da geht man in eine Whisky Destillerie und schon sieht die Welt ganz rosig aus 🥃☺️

Dienstag: nach dem Frühstück  geht’s direkt zum See: endlich perfektes Kajak-Wetter🥰 2 Stunden fahren wir die Ufer entlang, ärgern Möwen, die sich auf Felsen sonnen, scheuchen Wildgänse auf und hören ein Kranichpärchen im Wald schreien. Sooo schön! Wir sind versöhnt mit dem blöden Wetter der letzten Tage. Auf dem Rückweg durch den Wald können wir Heidelbeeren naschen. Genauso stellt man sich Schwedenurlaub vor 😊🧡

Mittwoch: es ist warm, noch scheint die Sonne. Wir frühstücken draußen. Gestern Nachmittag hat sich mein Waffeleisen verabschiedet. Die Huckelpisten der letzten Wochen haben einige Schrauben losgerüttelt, die sich nicht mehr festziehen lassen. Zum Abschied noch ’ne Runde Zimtwaffeln backen ging aber noch. Eine Gruppe junger Schwedischer Familien ist gestern Abend angekommen. Haben hier eine Wagenburg gebaut und den ersten Abend ihres Urlaubs gefeiert.🤪 Zeit, dass wir weiterziehen.

Sämtliche CP auf dem Weg nach Helsingborg sind bis zur Naht voll. Um 16:00  buchen wir uns auf dem First Camp Platz in Helsingborg ein. First Camp ist eine Kette, die wir schon auf Öland genutzt haben. Dort waren wir allein auf dem Platz, hier quetschen wir uns dazwischen.

Der Platz hat einen Pool, liegt direkt hinter den Dünen. Die Serviceanlagen sind okay. Das wars dann auch schon an positivem. Es ist der teuerste Platz ever: 87,00 Euro für eine Nacht. Dafür müsste der Pool mindestens mit Champagner gefüllt sein. Aber bei der Menge an Kiddies, die da rein..äh..hopsen..lieber nicht verschlucken. 😝 Ist ja nur für 1 Nacht. Und die wird kurz: ab 18:00 Halligalli für die Kids, ab 20:00 machen die Eltern alleine weiter. Zum Glück halten sich fast alle an die Platzruhe ab 23:00.

Donnerstag: gerädert machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zur Fähre nach Helsingör. Vorher wird der Kuga noch vollgetankt. Dänemark hat norwegische Spritpreise. Die Überfahrt dauert ca. 30 Minuten. Auf dänischer Seite gibt es einen Lidl. Und der darf sogar Alkohol verkaufen 🤩 wir nehmen 1 Flasche Barcadi mit (Mojito trinken) und 1 Tetrapack Rotwein. Schließlich haben wir unseren letzten in Norwegen getrunken. Dann suchen wir einen CP. Und finden den Sølager Strandcamping direkt am Roskilde Fjord. Ole und Jette betreiben diesen süßen kleinen Campingplatz. Wir dürfen uns aussuchen, wo wir stehen möchten. Wir nehmen einen mit Büschen, Bäumen und Blumen an den Seiten.

Freitag: super geschlafen, himmlische Ruhe hier. Und der Rotwein gestern war auch lecker 😊 Wetter: trocken Hermann stellt fest, dass wir gestern auf dem Weg hierher die 10.000 km Marke geknackt haben 😊💪wir sind angesichts der Wolken mutig und satteln die Räder. In Hundested gibt’s einen Sandskulpturen Event. Die wollen wir uns ansehen. Und anschließend zum Rasmussen Haus weiterfahren. Wir sind grad am Hafen angekommen, da öffnet der Himmel seine Schleusen. 🌨 Na toll. Wir ziehen die Regenjacken an, kaufen uns leckeres dänisches Eis in einem Café. Nach 1 halben Stunde schüttet es immer noch. Keine Ahnung, wie Sandskulpturen nach einem Regenguss aussehen. Wir haben keine Lust mehr und fahren zurück. Pitschnass krabbeln wir in den Wowi. Jetzt erstmal einen Kaffee. Und ins Bett. Der Regen wird nicht mehr aufhören heute Abend.

Samstag: wir haben vergessen, die Dachluke zu zuziehen. Die Sonne küßt uns wach. Wir frühstücken draußen. Mit Speck und Eiern, frischem Toast und duftenden Kaffee. Alle, die zu den Sanis oder der Rezeption wollen, müssen an uns vorbei. Und wirklich jeder möchte sich bei uns einladen.😋

Ein lieber Gruß von unseren Kindern erreicht uns. Sie wollen wissen, ob wir noch in Dänemark sind. Jo, wenn das Wetter hält, werden wir die Ruhe hier ein paar Tage genießen.

Wir vollenden die Radtour von gestern mit dem Auto. Der Besuch beim Knud Rasmussen Haus steht noch aus. Der berühmte Grönlandforscher hat sich hier erholt und seine nächsten Expeditionen vorbereitet.

Ein paar Fotos von Schweden nach Dänemark könnt ihr euch hier ansehen.

Langsam endet diese Reise

Der Askeviks CP hat uns gut gefallen. Sehr nett, das Wetter schien auch besser zu werden. Wir beschlossen 5 Tage zu bleiben. In der Hoffnung vielleicht zum Kajak fahren zu kommen.

Am Freitag fahren wir nach Mariestad. Wir müssen einkaufen und schauen uns vorher die Stadt an. Auf dem Weg dorthin stellen wir fest, dass genau hier der Göta-Kanal beginnt. Das war uns nicht bewusst.

In Mariestad gibt es eine schöne Kathedrale. Leider kann man sie nicht betreten außerhalb der Gottesdienste. Dafür hat der Lidl auf. Juhu, endlich mal wieder günstig einkaufen. Nachmittags kommen andere Camper an. Wir lernen ein sehr nettes älteres Ehepaar aus Göteborg kennen. Die beiden sind ein eingespieltes Team. Wir sind auf einer Wellenlänge. Als die beiden Sonntag wieder abreisen, bekommt Hermann ihre Telefonnummer. Weil wir anschließend nach Göteborg wollen. Und einen Tipp für einen CP dort.

Das Wetter hält sich genau bis Sonntag. Am Montag geht ein Platzregen nieder, der den Platz in eine Matschwiese verwandelt. Als wir Mittwoch weiterfahren, ist Göteborg nicht mehr aktuell. Die Regenfront reicht bis dahin. Wir fahren zum Vätternsee. In Hjo ist noch genau 1 Platz frei, den Hermann online reserviert. Wir fahren im Regen, kommen im Regen an. Jetzt ist es wieder ein Vorteil, automatische Stützen zu haben. Ruckizucki ist der Wowi aufgestellt. Die Plätze sind zum Teil mit Rasen, zum Teil mit Schotter. Dadurch können wir wenigstens nicht komplett absaufen. Nachdem der Wowi steht, trinken wir noch 1 Kaffee und dann machen wir erstmal ein Schläfchen. Der CP ist riesig. Für uns ungewohnt wenn der Nachbar nur den Sicherheitsabstand einhält. Wir fühlen uns quasi „umzingelt“ von Wohnwagen. Und du hörst wirklich sämtliche Geräusche deines Nachbarn und deines Hintermannes. 😐

Wenigstens bekommen wir Satellitenempfang. TV kann ablenken. Meine 3 Bücher hab ich ja schon in den hellen Nächten durchgelesen. Donnerstag kommt doch tatsächlich die Sonne durch. Wir bauen unsere Klappräder auf und machen eine kleine Radtour.

Erst an den See, dann am Ufer entlang in den kleinen Stadtpark. An einem schönen alten Café gönnen wir uns handmade Eis.

Gleich um die Ecke gibt’s einen Biergarten. Die Mädels der Bedienung stecken in Dirndl. 😄 Mit so a echten bajuwarischen Madl können die aber nicht mithalten…zuwenig Holz …ihr wisst schon😉 wir finden das Strandbad im Hafen. Da hätten wir Lust drauf, wenn das Wetter sich bis Freitag hält. Als Hermann wissen will, wie hoch der Eintritt ist, Überraschung: kostenlos für Alle!

Der Freitagmorgen beginnt extrem windig, aber die Sonne scheint. Wir packen unsere Badesachen in den Rucksack und fahren ins Strandbad. Da ich Angst um unsere Räder habe nehmen wir den Kuga. Jetzt müssen wir erstmal einen Parkplatz finden. Für den Profi hinterm Lenkrad kein Problem. Ab ins Wasser. Herrlich, mal wieder ein paar Bahnen ziehen. Als wir uns zum Trocknen in die Sonne legen, wird’s richtig voll – und kreischig laut.

Wir ziehen um zum kleinen Strand. Erst lockt es uns im See zu baden. Als ein Opa, mit seinem Enkel auf dem Arm, von Algen behangen wie Neptun dem Meer entsteigt, mögen wir doch nicht. Wir fahren zurück zum Platz. Ich koch uns was Schönes.

Samstag ist nochmal richtig schönes Wetter. Wir frühstücken draußen und überlegen, was wir mit dem Tag machen. Zum Kajak einsetzen ist das Ufer am CP zu hoch. Die schweren Kajaks bis zum Strandbad schleppen, sind wir schon tot bevor wir losfahren. Morgen fahren wir weiter. Richtung Jonköping und dann?? Hermann findet einen kleinen Campingplatz an einem See. Bewertungen sind gut, ist nicht weit weg von Göteborg. Eine Anfrage ist gestartet. Mal sehen. Ein paar Fotos mit dem Handy haben wir gemacht. Sonst war nichts festzuhalten außer Regentropfen am Vättern- und  Vänernsee

Vom Jostedal direkt nach Schweden

Es ist Sonntag, der 7.7. Gut dass wir gestern noch zum Gletscher hoch gegangen sind.  Heute schüttet es mal wieder, da ist nix mit Ausflug. Stattdessen machen wir  „Versorgungstag“: mal wieder die Betten beziehen, Waschmaschine und Trockner vom CP nutzen. Online Banking. Und sehr leckere Apfelzimt-Schnecken backen. Fragt mich nicht nach einem Rezept, ich hab es auch einfach gegoogelt.

Seit fast 2 Monaten leben wir nun schon in unserem „Wowi“. Langeweile kam bis jetzt nicht auf. Seit wir die Lofoten bei tollstem Sommerwetter erleben durften, sind wir eigentlich ganz zufrieden. Wir haben nicht das Gefühl, unbedingt noch etwas bestimmtes sehen zu müssen. Das Wetter nervt manchmal, und ein paar dubbelige Zeitgenossen. Ansonsten treiben wir so ganz langsam Richtung Heimat.

Montag: ein letzter Blick auf den Gletscher. Dann fahren wir wieder. Bergen hat die nächsten 10 Tage 90% Regenwahrscheinlichkeit. Deshalb verzichten wir darauf. Geiranger genauso. Also peilen wir die Stabkirche in Borgund an. Auf dem Weg dorthin durch Fjaerland gefahren. Sehr schön, wegen Schlechtwetter keine Fotos. Am Sognefjord legen wir eine Mittagspause ein. In dem Ort Kaupanger macht Ulla ein Nickerchen und Hermann hält die Angel in den Fjord. Wieder nix gefangen. Der Sogne Fjord ist der größte von allen Fjorden, da können die Fische sich besser verstecken.😇 Die kleine Stabkirche am Ort besuchen wir nicht: so steil und eng, da kriegen wir den Wowi nicht gewendet.  Auf dem Weg nach Lærdal: als wir am Ende des Tunnels ankommen, Überraschung: der endet direkt in der Fähre!

Den nächsten Stopp machen wir in Lærdal. Dieser Ort betreibt gemeinsam mit seinen Bewohnern nachhaltigen Tourismus. Er besteht aus 161 originalen Holzhäusern. Und wurde zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Im angrenzenden Fluss Laerdalselva konnte man früher Lachse mit der Hand fangen. Heutzutage sind die wilden Lachse streng geschützt. Eine Lizenz würde bis zu 1000 Euro kosten.

Danach fahren wir zur ältesten Stabkirche Norwegens. Statt die E16 zu nehmen, fahren wir die historische Straße. Den Kongensveigen, den Königsweg, der von Oslo nach Trondheim führte. Mal wieder  kinoreife Ausblicke.

Als wir die Stabkirche in Borgund erreichen, sind sämtliche Plätze bis dahin schon mit Womos besetzt. Der eigentliche Besucherparkplatz für die Kirche durch Pylos zugestellt. Um unerwünschte Übernachtungen zu verhindern. Die sind laut Schilder verboten. Hält sich natürlich kein Touri dran. Genauso wenig wie ans Drohnenflugverbot. Hermann weist freundlich, aber bestimmt darauf hin. Murrend wird die Drohne eingepackt. Die Bilder hat er natürlich trotzdem. Wir machen ein paar Fotos von außen. Besichtigung schon geschlossen. Dann fahren wir weiter und finden einen tollen Rastplatz. Ausgesucht von Olav. Oder Oma. Jedenfalls gibt es 1 Regenbogengruss vom Himmel für uns.

Dienstag: Gut geschlafen, gut gefrühstückt. Wir wollen Richtung Fagerness. An der alten E16 schauen wir uns die Stabkirche in Øye an. Überhaupt gibt es an den alten Straßen immer sehr viel Schönes zu entdecken. Die neuen führen fast immer durch Tunnel. Hinter Leyra machen wir eine Mittagspause. Dann fahren wir zum Mjøsasee. Den überqueren wir bei Biri per Brücke nach Moelv. In Elversum finden wir einen ruhigen Schlafplatz für die Nacht. Mitten im Wald. Zur schwedischen Grenze ist es nicht mehr so weit.

Mittwoch: der norwegische Rhythmus: 1 Tag Sonne, 2 Tage Regen. Wir mögen nicht mehr und fahren die Route 25 bis Schweden. Die Grenze überqueren wir gegen 14:00 Uhr bei Sälen. Ein Wintersportstädtchen. Berühmt für den Start des historischen VASA-Laufs (90 km Skilanglauf) bis Mora. Und für sämtliche Wintersportarten. Sieht im Sommer grausig aus. Wir tanken endlich wieder günstig, kaufen ein und fahren bis Malung. Dort stehen wir 1 Nacht auf dem CP. Das Ehepaar aus Baden-Württemberg, das nach uns ankommt, erzählt in bestem Schwäbisch, „des se nu 4 Wocha unterwegs sin, duch Schweda bis no Drondhoim. Abr nu isch’s gnug mid Rega, nu wolla mir nur no hoim. Un wie lang seid ihr scho underwegs?“

Ich widerstehe der Versuchung in ostfriesisch Platt zu antworten. Stattdessen zucke ich mit den Schultern und sag: “ keine Ahnung. Wir sind am 12.5. gestartet, über Süd, Mittel- und Ostschweden nach Finnland rüber. Da die Ostgrenze hoch durch Karelien bis Lappland. Dann über Alta, Tromsö, Trondheim zu den Lofoten. Von da Atlantikstraße und Küstenweg bis Jostedal und jetzt nach hier.“

PAUSE.

Auch ich muss das erstmal gedanklich verarbeiten. 😊 Sagt er (typisch Kerl): „unn wieviele Kilomedr sind des so?“ Mein Hermann, der Reisebusfahrer, total trocken: „9000. Ungefähr.“ Als er dann noch per Knopfdruck die Stützen ausfahren lässt (was wieder diesen begehrlichen Glanz in die Augen des Schwaben zaubert), zieht die brave Hausfrau erst ihren Mann am Ärmel,wünscht uns einen schönen Abend und mit selbigen von dannen. 😇

Donnerstagmorgen fahren wir nach Värmland an den  Vänernsee. In Sunne machen wir eine Pause. Stellen den Wowi auf einen Parkplatz und fahren mit dem Kuga erst zur Statue von Selma Lagerlöf. Anschließend zu ihrem Gutshof Mårbacka, ca. 10 km außerhalb von Sunne. Diese Frau wurde 100 Jahre vor mir geboren. Sie war eine sehr willensstarke, kluge und selbstbewusste Frau. Sie ließ sich gegen den Willen ihres Vaters in Stockholm zur Volksschullehrerin ausbilden. Dann lebte sie einige Jahre in Fallun. Als sie den Nobelpreis für Literatur erhielt, konnte sie mit dem Preisgeld das Familiengut, das wegen hoher Schulden verloren ging, zurück kaufen.

Dort lebte sie gemeinsam mit ihrer geliebten Freundin bis zu ihrem Tod. Zu Lebzeiten gründete sie eine Stiftung, mit dem Auftrag, das Mårbacka der Allgemeinheit erhalten bleiben soll.

Die wundervolle Geschichte des Nils Holgerson und seiner abenteuerlichen Reise mit den Wildgänsen kennt ja jedes Kind. Leider gibt es das nicht auf Deutsch zu kaufen im kleinen Laden von Mårbacka. Am Himmel zieht ein Gewitter auf. Wir machen uns schnellstens vom Acker. Holen den Wowi ab und fahren bis zum Vänernsee. Dort suchen wir einen schönen CP und werden fündig: ausgewanderte schweizer Betreiber – deutscher Standard…wenn das Wetter hält, machen wir hier Urlaub 😍

Yep, wir haben Glück. Karin und Roger, die beiden CP-Besitzer geben uns einen Platz unten am See. Eigentlich sind sie full booked. Aber wir dürfen bis Mittwoch bleiben.

Jetzt muss nur die Sonne auch solange bleiben…

Bis dahin könnt ihr, wenn ihr wollt, die Bilder dieser Woche anschauen 😊

Von Trondheim auf der Küsten-und Atlantikstraße bis zum Jostedalsbreen

Sonntagmorgen werden wir durch Glockengebimmel in unserem Schlaf gestört. Eine kleine Schafherde findet das Gras an unserem Parkplatz besonders lecker.😋 Wir drehen uns nochmal um. Schon lange nicht mehr soo gut geschlafen. Nach dem Frühstück, so iwann gegen Mittag 😇, geht es gemütlich weiter südlich. (Kleines Wortspiel 🤭)

Auf der Straße 810 finden wir uns zunächst im Schwarzwald wieder, dann haben wir das Gefühl in Kanada unterwegs zu sein. Bald überschreiten wir wieder den Polarkreis, diesmal von Nord nach Süd.

Wir fahren die 810 bis Mo i Rana und dann wieder auf der E6 Richtung Trondheim. Kurz nach Mo i Rana suchen wir einen ruhigen Schlafplatz. Irgendwo im Wald werden wir fündig. Den notwendigen Abstand zum nächsten Privathaus halten wir ein. Nach einem leckeren Frühstück „Hermann Special“ (Rührei mit knusprigem Speck) geht’s weiter.

Es gilt eine besondere Straße zu erkunden: die 17, auch Kystriksveien genannt, die durch Helgeland führt. Für die Straße wird Maut fällig, die beiden Fähren sind kostenlos. Erst haben wir gutes Wetter. Je südlicher wir kommen, umso schlechter wird es.

Nach 2 Tagen Wildcampen oder wie es heutzutage so cool heißt „autark stehen“ brauchen wir wieder einen Platz, der uns mit Strom versorgt. Bei den ersten beiden Plätzen fahren wir nach kurzer Besichtigung direkt weiter. Dann entscheiden wir uns für einen CP am Fluss. Hinter uns rauscht der Verkehr von der E6 vorbei, auf der Flussseite der Zugverkehr nach Trondheim. Es gibt für Männlein/Weiblein je 2 Toiletten und Duschen für den ganzen Platz, vorn neben der Rezeption. Dafür bezahlen wir stolze 350 NK, davon 75 Kronen extra für Strom, der hier quasi nichts kostet. Das sind ca. 32 Euro. Teure Parkplatzgebühr. Da es nicht soviele CP gibt, braucht man sich nicht soviel Mühe zu geben. Die Touris zahlen ja. Wir finden das sehr, sehr schade. So ein wunderschönes Land. Aber das hinterlässt einen faden Beigeschmack. In Schweden ist uns das so nicht passiert. Das es mit der Touri Abzocke noch besser geht, ahnen wir da noch nicht. Am nächsten Tag fahren wir weiter Richtung Trondheim. Unterwegs füllen wir nochmal 1 Gasflasche auf. Dies ist nur in wenigen Orten möglich. Dann suchen wir ziemlich bald einen Nachtplatz. Leider gibt’s keine vernünftigen „wilden“ entlang der E6. Schließlich fahren wir durch bis kurz vor Trondheim und buchen 2 Nächte CP.

Der CP, direkt am Fjord, ist der teuerste bisher: 50 Euro für 1 Nacht. Dafür dürfen wir unseren Wowi abstellen und das Stromkabel anschließen. Das Duschen kostet extra. Als wir einen kurzen Blick in die nicht gereinigten Duschen werfen, entschließen wir uns, 2 Tage darauf zu verzichten. Die Zuglinie führt diesmal mittendurch den CP. Trotzdem haben wir keine Wahl: dies ist der naheste Platz zu Trondheim. Sonst gibt’s nur noch 1 Stellplatz am Hafen. Auch nix besser.

Am nächsten Tag entschädigt uns Trondheim mit einer schönen Altstadt und einem beeindruckenden Nidaros Dom. Die Führung auf Deutsch ist im Eintrittspreis enthalten.

Donnerstag machen wir uns auf in Richtung Bergen über Kristiansund. Unterwegs macht Hermann noch einen Schlenker über eine neue Küstenstraße.

Hier hat der berühmte Harald Schönhaar, der als erster König Norwegens gilt, den Grundstein für dieses schöne Land gelegt. Denn hier hat er nach siegreichem Kampf mehrere Wikinger Stämme vereinigt. Der schöne Harry ist auch der Uropa von Olav dem Heiligen. Das ist der, den sie unter dem Nidaros Dom beerdigt haben und der angeblich nach seinem Tod soviele Wunder bewirkt hat. Als König wollten sie ihn nicht, als Heiligen konnten sie ihn gut gebrauchen. 😇

Wir finden einen ganz wunderbaren Platz oberhalb des Fjords, Olav sei Dank. 😉Endlich mal wieder eine ruhige Nacht.

Denkste: in der Nacht kommt Sturm auf. Am frühen Morgen setzt Sintflutartiger Regen ein. Vom Fjord nix mehr zu sehen. Alte Germanen wie uns erschüttert das nicht. Kristiansund ist nicht weit. Die Fähre startet sofort mit uns. Leider ist der alte Fischereihafen dort nicht mehr vorhanden. Nix mit  frischen Krabben. Nur noch Sportboote und Kreuzfahrtriesen. Und es regnet in einem fort. Hermann fährt auf der berühmten Atlantikstraße. Mit besonders schönen Ausblicken. Tja, leider kommt das bei dem Wetter nicht so rüber.

In Ålesund angekommen, 1 Versuch auf dem Stellplatz am Hafen unterzukommen. 1 weiterer auf einem CP iwo in der Stadt. Nach 1 halben Stunde herumkurven gibt Hermann genervt auf.

Weiter geht’s Richtung Bergen. An der E39 halten wir auf dem Parkplatz an einer Kirche. Unsere Jungs verlieren gegen Spanien. Nicht unerwartet, trotzdem bitter. Jetzt hilft nur noch ’ne Aufbackpizza aus dem Omnia. Wenigstens das funktioniert. Am Samstagmorgen machen wir uns auf den Weg. Hermann erinnert sich an einen Ort, wo er vor 40 Jahren mal mit einer Busgesellschaft war. In Loen im Hotel Alexandra. Das Hotel gibt’s noch. Und mehrere Campingplätze, einer etwas außerhalb  direkt am Bergsee.

Als wir dort ankommen sind wir mal positiv überrascht. Tolle Gegend, sehr nette Betreiberfamilie, sehr schöner CP. Hochpreisig aber alles tippitoppi. Der Chef empfiehlt uns, bei dem guten Wetter einen Ausflug zum Gletscher zu machen. Zeigt Hermann eine Privatstraße, auf der man ziemlich nah herankommt. Dann nur noch ein „paar“ Meter wandern…die Ausblicke auf dieser Straße: sensationell.

Vom kleinen Parkplatz geht es auf Bergziegenpfaden immer höher. Als immer mehr Felsen im Weg rumliegen, machen Ulla’s Knie nicht mehr mit. Wir drehen um und gehen zurück. Abends sind wir begeistert von der Foto Ausbeute. Das türkisfarbene Wasser vom Gletschersee unglaublich! Aber schaut euch  selbst die Bilder dieser vielen Panoramastraßen an.

Von Tromsö auf die Lofoten

Sonntag mittag kommen wir in Tromsö auf dem CP an. Der Wowi wird abgestellt, dann geht es direkt zurück in die Stadt. Wir wollen das herrliche Wetter nutzen, um auf den Fjellheisen zu fahren. Von dort haben wir einen tollen Blick über den Tromsfjord.

Am Montag schauen wir uns das Hinterland von Tromsö an Richtung Sommaroya. Sehr windig und kalt. Die Tundra lässt sich im Bild leider nicht so toll wiedergeben wie sie live wirkt. Auf dem Rückweg wollen wir noch einen Spaziergang durch die schöne Altstadt in Tromsö machen. Es ist schlicht kein Parkplatz zu bekommen, einige Straßen sind sogar gesperrt. Das war vor 10 Jahren noch ganz anders. Wir fahren über die äußerst marode Tromsö Brücke zurück zum CP.

Dort ist inzwischen ein Rudel Wohnmobile eingefallen. Die legen hier eine Zwischenübernachtung auf dem Weg zum Nordkap ein. Jetzt wird’s eng, nicht nur auf dem Platz (alle wollen immer erste Reihe am Fjord stehen). Auch vor den  insgesamt 4 Duschen bilden sich Warteschlangen. Zeit, dass wir  hier verschwinden. Dienstag machen wir uns bei echtem Shice Wetter auf den Weg Richtung Lofoten.

Irgendwann hinter Bjervik fahren wir auf der E10 Richtung Westen. Es fängt dermaßen an zu schütten, da wird uns mulmig. Als wir unvermittelt in eine Nebelwand geraten, hat Hermann die Faxen dicke. Der nächste Parkplatz an der Straße ist unser Schlafplatz. Ein Wohnmobil aus Frankreich steht schon da, aber Platz genug für zwei. Morgens um kurz nach 7:00 Uhr: lautes Hubschraubergeräusch über uns, kurz wackelt alles. Hermann schiebt ein Rollo hoch. Da, wo gestern noch das Wohnmobil stand, landet ein Hubschrauber. Ein paar Männer schnacken herzlich mit dem Piloten. Dann steigen sie alle in den Hubbi und fliegen wieder. Ihre PKWS bleiben geparkt. Ich würde mal sagen, kollegiale Fahrgemeinschaft auf Lofoten Art😄.

Am Inari See hatten wir ein Ehepaar getroffen, die unsere Route andersrum gefahren sind. Sie haben uns einen CP empfohlen. Sehr klein, eine frühe Ankunft ist von Vorteil.

Hermann gibt Gas – soweit es trotz der maroden Straßen und Dummie-Touristen möglich ist. Gegen 13:28 stehen wir in der ersten Reihe am Fjord 💪 yes, Sir!

Am nächsten Morgen (Donnerstag) verspricht das Wetter Gutes. Wir machen einen Tagesausflug quer über die Inseln bis zu dem kleinen Fischerort Å(=oh). Auf dem Weg lernen wir nicht nur die unterschiedlichsten Landschaften kennen, sondern auch die dunkle Seite des Wohnmobil Massentourismus. Hier ist grad Hochsaison. Etliche Male stehen wir im Stau. Und in jeder, wirklich jeder kleinen Ecke steht ein Wohnmobil. Die Parkplätze sind so voll, da passt nicht mal mehr ein Radfahrer drauf. Wenn man aussteigt, hört man Deutsch. Und wir waren so naiv zu denken, die deutsche Besatzung ist seit zig Jahren beendet.

Aber abgesehen davon: in der nördlichsten Ecke Europas befindet sich ein kleines Paradies, die Lofoten 🥰🧡

Am Freitag ist unser letzter Tag hier. Das Wetter gibt Vollgas. Wir fahren nach Henningsvær. Dort ist alles vollgestopft mit Touristen, Wohnmobilen. Keine Möglichkeit, den Pkw zu parken. Da es inzwischen 30 Grad Außentemperatur hat, beschließen wir, den Tag lieber am Fjord zu genießen. Vorher kaufen wir noch in Solvær ein. Auch hier: kein Durchkommen wegen der vielen Womos. Aber auch wir sind ja als Touris hier.

Hermann startet nochmal zum Angeln. Kein Glück. Wir legen Fleisch in die Grillpfanne. Der Pole nebenan hat 4 kleine Kabeljau gefangen. Eigentlich untermaßig. Müssten wieder zurück ins Wasser. Aber für ihn und seine Frau ein nettes kleines Abendessen. Wir bereiten alles für die Abreise am nächsten Morgen vor.

Die kostenlose Fähre von Solvær nach Skutvik hat nur begrenzt Platz. Um 6:00 Uhr sind wir die ersten in den Duschen. Um 7:15 Uhr heißt es: Tschüss Lofoten 👋👋

Wir stehen in der 3.Reihe, 2.Platz. Die Hoffnung, dass wir mitfahren dürfen, ist groß. Und sie erfüllt sich. Der Himmel weint Rotz und Wasser, als wir die Lofoten verlassen. Um 11:40 Uhr sind wir in Skutvik. Kleine Mittagspause auf einem Parkplatz. Es schüttet immer noch. Unser Sohn schickt uns ein sonniges Foto aus der Heimat. Er ist mit seiner Schwester im Freibad. Sonne im Herzen 🥰Gegen 18:00 Uhr finden wir einen wunderschönen Schlafplatz unterhalb eines Wasserfalls und am Ufer eines Fjords.

Erst sind wir happy. Aber als in einer halben Stunde 10 LKW an uns vorbei donnern, wird es Hermann zu laut. Wir fahren weiter bis Saltstraumen. Dort erinnert er sich an einen Riesen Parkplatz  direkt unter der Flussbrücke. Den Parkplatz gibt’s noch. Inzwischen stehen aber auch ca. 30 Womos schon dort. Wir fahren also weiter. Solange bis wir irgendwo in der Pampa einen vernünftigen Platz finden. Dort übernachten wir. Über Internet können wir das Spiel GER-DEN sehen. Dazu gibt’s leckere Lachs-Gemüse-Pasta und einen Becher Schietwetter-Wein. Wenn die Jungs jetzt nicht verlieren ist alles super für uns.😊

Übrigens: wie schön Tromsö und die Lofoten sind, könnt ihr hier anschauen.

Durch die Fjorde

Wir fahren von Alta  nach Tromsö. Dabei fahren wir an mehreren Fjorden vorbei. Ständig suchen wir eine Stelle zum Anhalten, Aussteigen, Fotografieren. Das kostet nicht nur Zeit, am späten Nachmittag ist der Akku leer fotografiert. Die Campingplätze sind dafür alle rappelvoll, denn es ist Midsommar. Wir finden eine Stelle oberhalb eines Fjords zum Übernachten.

Dieser Tag ist so voll mit Erlebnissen. 3mal konnten wir Adler beobachten. Die Panoramen sind gigantisch.

Die Bilder dieses einen Tages könnt ihr euch in

Fjells, Fjorde und Fossen ansehen.

Nördlich vom Polarkreis

Finnisch für Dummies:

Hirv= Hirsch/ hirvi=Elch/Järvi=See/ Joki=Fluss/Ranta=Strand / Mäki=Hügel / Karhu=Bär/ kylä=Dorf

Hotelli, taksi, grilli, kahvi, aptheeki, erklärt sich selbst oder? Hotel, Taxi, Grillbude,Kaffee, Apotheke.

Ein panna kaka ist keine shice Auto Panne sondern ein Pfannkuchen 🤭 und salmi bedeutet Straße, nicht Salami. Also, hirvi salmi ist die Elchstraße. Elchsalami gibbet vielleicht beim Lidl.

Am Sonntag überschreiten wir bei dem schönen Monument eines Sámi-Tipis, das als Kota oder Laavu bezeichnet wird, den nördlichen Polarkreis. Nun gibt es keinen Sonnenuntergang/Aufgang mehr. Wir suchen einen Schlafplatz. Am Fluss gibt’s einen schönen, gut befahrbar. Kaum ist der Motor abgestellt, begehren Millionen Mücken Einlass in unseren Wagen. Wir steigen gar nicht erst aus. Auf einem Holzumschlagplatz hoffen wir auf weniger Mücken. Die finnische „Airforce“ stürzt sich mit allem was sie hat auf uns. Ulla macht in dieser Nacht kein Auge zu.

Montag ist der Inari See erreicht, stehen 2 Tage. Gasflaschen sind leer, aber in Finnland dürfen deutsche Flaschen nicht befüllt werden. Eine finnische zu kaufen, kurz vor der norwegischen Grenze, macht keinen Sinn. Nun haben wir nur noch die kleine Grill-Gasflasche.

Und zum ersten Mal müssen wir Geld vom Sparkonto nachschießen, weil Budget gerissen und zwar so richtig. Unsere Spritkosten im Juni bis jetzt 700 Euro. Und der Juni dauert noch bischen.

Finnland > teuer

Am Dienstagmorgen ist auf dem Platz Natoeinsatz. Zumindest hört es sich so an. Nachdem die Rollos oben sind: Erleichterung – unsere Mitcamper sind alle auf einmal abgereist. Nur der nette Witwer aus der Schweiz ist noch da. Seit gestern Abend ein neuer Fan in Hermanns Hydrauliksystem-Club (HHC)😂

Wir wollen den Tag nutzen, uns die Jäniskoski (koski=Stromschnellen) anzusehen. Der Weg dorthin ist barrierefrei. Wir sind nicht die einzigen, die heute hier unterwegs sind.

Zurück am Platz bereitet Ulla eine Linsensuppe aus allem Gemüse und Fleischeinlage vor, damit der Kühlschrank während der Fahrt nicht mehr laufen muss. So können wir Gas sparen. Als Hermann zur Kontrolle alle Flaschen wiegt, geschieht ein kleines Wunder: 1 große Flasche ist noch komplett voll. Na, da hat uns wohl der Inari Troll einen Streich gespielt🤪 aber die Linsensuppe ist megalecker!

Das Kajak fahren am Nachmittag wird gecancelt. Der Wind frischt auf, beim Anblick eines hüpfenden Fischerbootes verlässt uns der Mut. Eine halbe Stunde später setzt Regen ein, der macht nicht nur die „Nacht“ durch. Auch am nächsten Morgen trommelt es dem Wowi aufs Dach. Wir stehen einen Tag länger als geplant und schauen uns das Sámi Parlament „Sajos“ in Inari an. Dieses wurde zuerst in Finnland, danach auch in Norwegen und Schweden eingerichtet, um die speziellen Interessen der Sámi besser vertreten zu können. Die Vertreter der Sámi dürfen auch nur von Finnen mit nachweislich samischen Wurzeln gewählt werden. Sie haben keine Entscheidungsbefugnis, aber alle offiziellen Ämter müssen vor Entscheidungen, die speziell die Interessen der Ureinwohner betreffen, das Sámi Parlament konsultieren.

Das Sámi-Thing trifft sich 4-5mal im Jahr. Und jetzt ratet mal, wann die nächste Sitzung stattfindet? Jo. Genau. Heute. Wir durften rein, uns umsehen. Aber nicht in den Sitzungssaal, mucksmäuschenstill sein, Fotografierverbot. Fast wie im Bundestag eben. Auf Rentierleber mit Kartoffelpü in der Kantine hatten wir auch keine Lust. Aber im nächsten Supermarkt haben wir uns 1 Päckchen (=100g) Rentierschinken gegönnt. Was der kostet, wollt ihr nicht wissen.

Also, ab nach Hause. Kaffeetrinken, Kuchen essen. Morgen geht’s definitiv weiter. Richtung Norwegen.

Hei (Tschüss) Suomi, tervetuola (willkommen) Norge.

Donnerstag erreichen wir schon vormittags die norwegische Grenze. Den finnischen Regen ziehen wir wie eine Schleppe hinter uns her. So macht weder das Fahren noch das Fotografieren Spaß.

Am frühen Mittag wollen wir auf einem CP stehen bleiben. Der völlig vermatschte Platz, undefinierbare Sanitäranlagen- wir fahren direkt weiter. An der Tanke der nächste Schreck: Sprit ab 2,20€. Na toll.

Den nächsten CP finden wir über eine App. Bewertungen sind positiv. Hermann bucht, ohne sich den Platz auf der gegenüberliegenden Straßenseite anzusehen. Fehler. Der Platz ist eine Vollkatastrophe. Duschen müssen extra bezahlt werden. Keine Entsorgung. Für fast 40 Euro pro Nacht. Hermann lässt sich an der Rezeption das Geld zurück geben. Wollen die  natürlich nicht. Aber so ein stinksaurer ehemaliger Reisbusfahrer kann echt sehr überzeugend sein. Wir fahren Richtung Alta. Dort können wir unsere leere Gasflasche füllen. Und es soll einen schönen Campingplatz geben. Letzteres stimmt schon mal.

Nach diesem nervigen Tag schlafen wir wie kleine Eisbären. Nach dem Frühstück kümmern wir uns um das Befüllen unserer Gasflasche. Klappt, geht ratzfatz. Kostet allerdings doppelt soviel wie zu Haus. Touristen-Nepp überall. Das haben die reichen Norweger doch eigentlich garnicht nötig. Dann schauen wir uns noch die Nordlicht Kathedrale an.

Anschließend fahren wir zu den Felsmalereien ins Alta Museum. Weltkulturerbe. Die Felsritzungen wurden 1960 entdeckt. Sie sind zwischen 2000 und 7000 Jahre alt. Um sie besser sichtbar zu machen,  hat man einige mit rotem Ocker angemalt. Aber eigentlich sollen sie nur durch die jeweilige Lichteinwirkung sichtbar werden.

Bei bedeckten Himmel z.b. sind einige garnicht zu sehen. Wir können es nachspüren, warum die Menschen diesen Ort hier für heilig hielten. Nirgendwo in Skandinavien wurden mehr Felsritzungen gefunden als in Alta. Wir trinken am Ufer des Fjords einen Kaffee auf traditionelle Art. Eine nette junge Dame macht ein Foto von uns.

Dann gehen wir auf dem Pfad zurück, den vor 5000 Jahren schon andere Menschen vor uns gegangen sind. Hinauf zur „Natur“kirche. Der Blick auf den Fjord von da oben zum Niederknien.

Wegen dem schlechten Wetter gibt es diese Woche nicht so viele Bilder. Aber ein paar Bilder der Woche haben wir hinbekommen. 😀

Alta ist unser nördlichster Punkt. Nun fahren wir nur noch gen Süden. Für die, die sich wundern, dass wir Nordkap weglassen: da waren wir schon. Hermann gefühlt 1000mal. Und einmal im Leben reicht es wirklich 🙂

Übrigens: wenn du zur Mitternachtssonne am Inari See sitzt, um Erinnerungsfotos zu machen, dann bilde dir nicht ein, dass das wilde Winken von einem der trinkenden Letten gegenüber eine Einladung zum Herüberkommen und Mittrinken ist. Er versucht auch nur verzweifelt, die Milliarden Mücken zu verscheuchen. 😄 aber du kannst natürlich trotzdem zurück winken.