



















































































































Über unsere Reisen…



















































































































Sonntagmorgen werden wir durch Glockengebimmel in unserem Schlaf gestört. Eine kleine Schafherde findet das Gras an unserem Parkplatz besonders lecker.😋 Wir drehen uns nochmal um. Schon lange nicht mehr soo gut geschlafen. Nach dem Frühstück, so iwann gegen Mittag 😇, geht es gemütlich weiter südlich. (Kleines Wortspiel 🤭)

Auf der Straße 810 finden wir uns zunächst im Schwarzwald wieder, dann haben wir das Gefühl in Kanada unterwegs zu sein. Bald überschreiten wir wieder den Polarkreis, diesmal von Nord nach Süd.

Wir fahren die 810 bis Mo i Rana und dann wieder auf der E6 Richtung Trondheim. Kurz nach Mo i Rana suchen wir einen ruhigen Schlafplatz. Irgendwo im Wald werden wir fündig. Den notwendigen Abstand zum nächsten Privathaus halten wir ein. Nach einem leckeren Frühstück „Hermann Special“ (Rührei mit knusprigem Speck) geht’s weiter.

Es gilt eine besondere Straße zu erkunden: die 17, auch Kystriksveien genannt, die durch Helgeland führt. Für die Straße wird Maut fällig, die beiden Fähren sind kostenlos. Erst haben wir gutes Wetter. Je südlicher wir kommen, umso schlechter wird es.

Nach 2 Tagen Wildcampen oder wie es heutzutage so cool heißt „autark stehen“ brauchen wir wieder einen Platz, der uns mit Strom versorgt. Bei den ersten beiden Plätzen fahren wir nach kurzer Besichtigung direkt weiter. Dann entscheiden wir uns für einen CP am Fluss. Hinter uns rauscht der Verkehr von der E6 vorbei, auf der Flussseite der Zugverkehr nach Trondheim. Es gibt für Männlein/Weiblein je 2 Toiletten und Duschen für den ganzen Platz, vorn neben der Rezeption. Dafür bezahlen wir stolze 350 NK, davon 75 Kronen extra für Strom, der hier quasi nichts kostet. Das sind ca. 32 Euro. Teure Parkplatzgebühr. Da es nicht soviele CP gibt, braucht man sich nicht soviel Mühe zu geben. Die Touris zahlen ja. Wir finden das sehr, sehr schade. So ein wunderschönes Land. Aber das hinterlässt einen faden Beigeschmack. In Schweden ist uns das so nicht passiert. Das es mit der Touri Abzocke noch besser geht, ahnen wir da noch nicht. Am nächsten Tag fahren wir weiter Richtung Trondheim. Unterwegs füllen wir nochmal 1 Gasflasche auf. Dies ist nur in wenigen Orten möglich. Dann suchen wir ziemlich bald einen Nachtplatz. Leider gibt’s keine vernünftigen „wilden“ entlang der E6. Schließlich fahren wir durch bis kurz vor Trondheim und buchen 2 Nächte CP.

Der CP, direkt am Fjord, ist der teuerste bisher: 50 Euro für 1 Nacht. Dafür dürfen wir unseren Wowi abstellen und das Stromkabel anschließen. Das Duschen kostet extra. Als wir einen kurzen Blick in die nicht gereinigten Duschen werfen, entschließen wir uns, 2 Tage darauf zu verzichten. Die Zuglinie führt diesmal mittendurch den CP. Trotzdem haben wir keine Wahl: dies ist der naheste Platz zu Trondheim. Sonst gibt’s nur noch 1 Stellplatz am Hafen. Auch nix besser.

Am nächsten Tag entschädigt uns Trondheim mit einer schönen Altstadt und einem beeindruckenden Nidaros Dom. Die Führung auf Deutsch ist im Eintrittspreis enthalten.

Donnerstag machen wir uns auf in Richtung Bergen über Kristiansund. Unterwegs macht Hermann noch einen Schlenker über eine neue Küstenstraße.

Hier hat der berühmte Harald Schönhaar, der als erster König Norwegens gilt, den Grundstein für dieses schöne Land gelegt. Denn hier hat er nach siegreichem Kampf mehrere Wikinger Stämme vereinigt. Der schöne Harry ist auch der Uropa von Olav dem Heiligen. Das ist der, den sie unter dem Nidaros Dom beerdigt haben und der angeblich nach seinem Tod soviele Wunder bewirkt hat. Als König wollten sie ihn nicht, als Heiligen konnten sie ihn gut gebrauchen. 😇

Wir finden einen ganz wunderbaren Platz oberhalb des Fjords, Olav sei Dank. 😉Endlich mal wieder eine ruhige Nacht.

Denkste: in der Nacht kommt Sturm auf. Am frühen Morgen setzt Sintflutartiger Regen ein. Vom Fjord nix mehr zu sehen. Alte Germanen wie uns erschüttert das nicht. Kristiansund ist nicht weit. Die Fähre startet sofort mit uns. Leider ist der alte Fischereihafen dort nicht mehr vorhanden. Nix mit frischen Krabben. Nur noch Sportboote und Kreuzfahrtriesen. Und es regnet in einem fort. Hermann fährt auf der berühmten Atlantikstraße. Mit besonders schönen Ausblicken. Tja, leider kommt das bei dem Wetter nicht so rüber.

In Ålesund angekommen, 1 Versuch auf dem Stellplatz am Hafen unterzukommen. 1 weiterer auf einem CP iwo in der Stadt. Nach 1 halben Stunde herumkurven gibt Hermann genervt auf.

Weiter geht’s Richtung Bergen. An der E39 halten wir auf dem Parkplatz an einer Kirche. Unsere Jungs verlieren gegen Spanien. Nicht unerwartet, trotzdem bitter. Jetzt hilft nur noch ’ne Aufbackpizza aus dem Omnia. Wenigstens das funktioniert. Am Samstagmorgen machen wir uns auf den Weg. Hermann erinnert sich an einen Ort, wo er vor 40 Jahren mal mit einer Busgesellschaft war. In Loen im Hotel Alexandra. Das Hotel gibt’s noch. Und mehrere Campingplätze, einer etwas außerhalb direkt am Bergsee.

Als wir dort ankommen sind wir mal positiv überrascht. Tolle Gegend, sehr nette Betreiberfamilie, sehr schöner CP. Hochpreisig aber alles tippitoppi. Der Chef empfiehlt uns, bei dem guten Wetter einen Ausflug zum Gletscher zu machen. Zeigt Hermann eine Privatstraße, auf der man ziemlich nah herankommt. Dann nur noch ein „paar“ Meter wandern…die Ausblicke auf dieser Straße: sensationell.

Vom kleinen Parkplatz geht es auf Bergziegenpfaden immer höher. Als immer mehr Felsen im Weg rumliegen, machen Ulla’s Knie nicht mehr mit. Wir drehen um und gehen zurück. Abends sind wir begeistert von der Foto Ausbeute. Das türkisfarbene Wasser vom Gletschersee unglaublich! Aber schaut euch selbst die Bilder dieser vielen Panoramastraßen an.
Sonntag mittag kommen wir in Tromsö auf dem CP an. Der Wowi wird abgestellt, dann geht es direkt zurück in die Stadt. Wir wollen das herrliche Wetter nutzen, um auf den Fjellheisen zu fahren. Von dort haben wir einen tollen Blick über den Tromsfjord.

Am Montag schauen wir uns das Hinterland von Tromsö an Richtung Sommaroya. Sehr windig und kalt. Die Tundra lässt sich im Bild leider nicht so toll wiedergeben wie sie live wirkt. Auf dem Rückweg wollen wir noch einen Spaziergang durch die schöne Altstadt in Tromsö machen. Es ist schlicht kein Parkplatz zu bekommen, einige Straßen sind sogar gesperrt. Das war vor 10 Jahren noch ganz anders. Wir fahren über die äußerst marode Tromsö Brücke zurück zum CP.

Dort ist inzwischen ein Rudel Wohnmobile eingefallen. Die legen hier eine Zwischenübernachtung auf dem Weg zum Nordkap ein. Jetzt wird’s eng, nicht nur auf dem Platz (alle wollen immer erste Reihe am Fjord stehen). Auch vor den insgesamt 4 Duschen bilden sich Warteschlangen. Zeit, dass wir hier verschwinden. Dienstag machen wir uns bei echtem Shice Wetter auf den Weg Richtung Lofoten.

Irgendwann hinter Bjervik fahren wir auf der E10 Richtung Westen. Es fängt dermaßen an zu schütten, da wird uns mulmig. Als wir unvermittelt in eine Nebelwand geraten, hat Hermann die Faxen dicke. Der nächste Parkplatz an der Straße ist unser Schlafplatz. Ein Wohnmobil aus Frankreich steht schon da, aber Platz genug für zwei. Morgens um kurz nach 7:00 Uhr: lautes Hubschraubergeräusch über uns, kurz wackelt alles. Hermann schiebt ein Rollo hoch. Da, wo gestern noch das Wohnmobil stand, landet ein Hubschrauber. Ein paar Männer schnacken herzlich mit dem Piloten. Dann steigen sie alle in den Hubbi und fliegen wieder. Ihre PKWS bleiben geparkt. Ich würde mal sagen, kollegiale Fahrgemeinschaft auf Lofoten Art😄.

Am Inari See hatten wir ein Ehepaar getroffen, die unsere Route andersrum gefahren sind. Sie haben uns einen CP empfohlen. Sehr klein, eine frühe Ankunft ist von Vorteil.
Hermann gibt Gas – soweit es trotz der maroden Straßen und Dummie-Touristen möglich ist. Gegen 13:28 stehen wir in der ersten Reihe am Fjord 💪 yes, Sir!

Am nächsten Morgen (Donnerstag) verspricht das Wetter Gutes. Wir machen einen Tagesausflug quer über die Inseln bis zu dem kleinen Fischerort Å(=oh). Auf dem Weg lernen wir nicht nur die unterschiedlichsten Landschaften kennen, sondern auch die dunkle Seite des Wohnmobil Massentourismus. Hier ist grad Hochsaison. Etliche Male stehen wir im Stau. Und in jeder, wirklich jeder kleinen Ecke steht ein Wohnmobil. Die Parkplätze sind so voll, da passt nicht mal mehr ein Radfahrer drauf. Wenn man aussteigt, hört man Deutsch. Und wir waren so naiv zu denken, die deutsche Besatzung ist seit zig Jahren beendet.

Aber abgesehen davon: in der nördlichsten Ecke Europas befindet sich ein kleines Paradies, die Lofoten 🥰🧡

Am Freitag ist unser letzter Tag hier. Das Wetter gibt Vollgas. Wir fahren nach Henningsvær. Dort ist alles vollgestopft mit Touristen, Wohnmobilen. Keine Möglichkeit, den Pkw zu parken. Da es inzwischen 30 Grad Außentemperatur hat, beschließen wir, den Tag lieber am Fjord zu genießen. Vorher kaufen wir noch in Solvær ein. Auch hier: kein Durchkommen wegen der vielen Womos. Aber auch wir sind ja als Touris hier.

Hermann startet nochmal zum Angeln. Kein Glück. Wir legen Fleisch in die Grillpfanne. Der Pole nebenan hat 4 kleine Kabeljau gefangen. Eigentlich untermaßig. Müssten wieder zurück ins Wasser. Aber für ihn und seine Frau ein nettes kleines Abendessen. Wir bereiten alles für die Abreise am nächsten Morgen vor.
Die kostenlose Fähre von Solvær nach Skutvik hat nur begrenzt Platz. Um 6:00 Uhr sind wir die ersten in den Duschen. Um 7:15 Uhr heißt es: Tschüss Lofoten 👋👋

Wir stehen in der 3.Reihe, 2.Platz. Die Hoffnung, dass wir mitfahren dürfen, ist groß. Und sie erfüllt sich. Der Himmel weint Rotz und Wasser, als wir die Lofoten verlassen. Um 11:40 Uhr sind wir in Skutvik. Kleine Mittagspause auf einem Parkplatz. Es schüttet immer noch. Unser Sohn schickt uns ein sonniges Foto aus der Heimat. Er ist mit seiner Schwester im Freibad. Sonne im Herzen 🥰Gegen 18:00 Uhr finden wir einen wunderschönen Schlafplatz unterhalb eines Wasserfalls und am Ufer eines Fjords.

Erst sind wir happy. Aber als in einer halben Stunde 10 LKW an uns vorbei donnern, wird es Hermann zu laut. Wir fahren weiter bis Saltstraumen. Dort erinnert er sich an einen Riesen Parkplatz direkt unter der Flussbrücke. Den Parkplatz gibt’s noch. Inzwischen stehen aber auch ca. 30 Womos schon dort. Wir fahren also weiter. Solange bis wir irgendwo in der Pampa einen vernünftigen Platz finden. Dort übernachten wir. Über Internet können wir das Spiel GER-DEN sehen. Dazu gibt’s leckere Lachs-Gemüse-Pasta und einen Becher Schietwetter-Wein. Wenn die Jungs jetzt nicht verlieren ist alles super für uns.😊

Übrigens: wie schön Tromsö und die Lofoten sind, könnt ihr hier anschauen.
Wir fahren von Alta nach Tromsö. Dabei fahren wir an mehreren Fjorden vorbei. Ständig suchen wir eine Stelle zum Anhalten, Aussteigen, Fotografieren. Das kostet nicht nur Zeit, am späten Nachmittag ist der Akku leer fotografiert. Die Campingplätze sind dafür alle rappelvoll, denn es ist Midsommar. Wir finden eine Stelle oberhalb eines Fjords zum Übernachten.
Dieser Tag ist so voll mit Erlebnissen. 3mal konnten wir Adler beobachten. Die Panoramen sind gigantisch.
Die Bilder dieses einen Tages könnt ihr euch in
Fjells, Fjorde und Fossen ansehen.
Finnisch für Dummies:
Hirv= Hirsch/ hirvi=Elch/Järvi=See/ Joki=Fluss/Ranta=Strand / Mäki=Hügel / Karhu=Bär/ kylä=Dorf
Hotelli, taksi, grilli, kahvi, aptheeki, erklärt sich selbst oder? Hotel, Taxi, Grillbude,Kaffee, Apotheke.
Ein panna kaka ist keine shice Auto Panne sondern ein Pfannkuchen 🤭 und salmi bedeutet Straße, nicht Salami. Also, hirvi salmi ist die Elchstraße. Elchsalami gibbet vielleicht beim Lidl.

Am Sonntag überschreiten wir bei dem schönen Monument eines Sámi-Tipis, das als Kota oder Laavu bezeichnet wird, den nördlichen Polarkreis. Nun gibt es keinen Sonnenuntergang/Aufgang mehr. Wir suchen einen Schlafplatz. Am Fluss gibt’s einen schönen, gut befahrbar. Kaum ist der Motor abgestellt, begehren Millionen Mücken Einlass in unseren Wagen. Wir steigen gar nicht erst aus. Auf einem Holzumschlagplatz hoffen wir auf weniger Mücken. Die finnische „Airforce“ stürzt sich mit allem was sie hat auf uns. Ulla macht in dieser Nacht kein Auge zu.

Montag ist der Inari See erreicht, stehen 2 Tage. Gasflaschen sind leer, aber in Finnland dürfen deutsche Flaschen nicht befüllt werden. Eine finnische zu kaufen, kurz vor der norwegischen Grenze, macht keinen Sinn. Nun haben wir nur noch die kleine Grill-Gasflasche.
Und zum ersten Mal müssen wir Geld vom Sparkonto nachschießen, weil Budget gerissen und zwar so richtig. Unsere Spritkosten im Juni bis jetzt 700 Euro. Und der Juni dauert noch bischen.
Finnland > teuer

Am Dienstagmorgen ist auf dem Platz Natoeinsatz. Zumindest hört es sich so an. Nachdem die Rollos oben sind: Erleichterung – unsere Mitcamper sind alle auf einmal abgereist. Nur der nette Witwer aus der Schweiz ist noch da. Seit gestern Abend ein neuer Fan in Hermanns Hydrauliksystem-Club (HHC)😂
Wir wollen den Tag nutzen, uns die Jäniskoski (koski=Stromschnellen) anzusehen. Der Weg dorthin ist barrierefrei. Wir sind nicht die einzigen, die heute hier unterwegs sind.

Zurück am Platz bereitet Ulla eine Linsensuppe aus allem Gemüse und Fleischeinlage vor, damit der Kühlschrank während der Fahrt nicht mehr laufen muss. So können wir Gas sparen. Als Hermann zur Kontrolle alle Flaschen wiegt, geschieht ein kleines Wunder: 1 große Flasche ist noch komplett voll. Na, da hat uns wohl der Inari Troll einen Streich gespielt🤪 aber die Linsensuppe ist megalecker!

Das Kajak fahren am Nachmittag wird gecancelt. Der Wind frischt auf, beim Anblick eines hüpfenden Fischerbootes verlässt uns der Mut. Eine halbe Stunde später setzt Regen ein, der macht nicht nur die „Nacht“ durch. Auch am nächsten Morgen trommelt es dem Wowi aufs Dach. Wir stehen einen Tag länger als geplant und schauen uns das Sámi Parlament „Sajos“ in Inari an. Dieses wurde zuerst in Finnland, danach auch in Norwegen und Schweden eingerichtet, um die speziellen Interessen der Sámi besser vertreten zu können. Die Vertreter der Sámi dürfen auch nur von Finnen mit nachweislich samischen Wurzeln gewählt werden. Sie haben keine Entscheidungsbefugnis, aber alle offiziellen Ämter müssen vor Entscheidungen, die speziell die Interessen der Ureinwohner betreffen, das Sámi Parlament konsultieren.

Das Sámi-Thing trifft sich 4-5mal im Jahr. Und jetzt ratet mal, wann die nächste Sitzung stattfindet? Jo. Genau. Heute. Wir durften rein, uns umsehen. Aber nicht in den Sitzungssaal, mucksmäuschenstill sein, Fotografierverbot. Fast wie im Bundestag eben. Auf Rentierleber mit Kartoffelpü in der Kantine hatten wir auch keine Lust. Aber im nächsten Supermarkt haben wir uns 1 Päckchen (=100g) Rentierschinken gegönnt. Was der kostet, wollt ihr nicht wissen.

Also, ab nach Hause. Kaffeetrinken, Kuchen essen. Morgen geht’s definitiv weiter. Richtung Norwegen.
Hei (Tschüss) Suomi, tervetuola (willkommen) Norge.

Donnerstag erreichen wir schon vormittags die norwegische Grenze. Den finnischen Regen ziehen wir wie eine Schleppe hinter uns her. So macht weder das Fahren noch das Fotografieren Spaß.

Am frühen Mittag wollen wir auf einem CP stehen bleiben. Der völlig vermatschte Platz, undefinierbare Sanitäranlagen- wir fahren direkt weiter. An der Tanke der nächste Schreck: Sprit ab 2,20€. Na toll.
Den nächsten CP finden wir über eine App. Bewertungen sind positiv. Hermann bucht, ohne sich den Platz auf der gegenüberliegenden Straßenseite anzusehen. Fehler. Der Platz ist eine Vollkatastrophe. Duschen müssen extra bezahlt werden. Keine Entsorgung. Für fast 40 Euro pro Nacht. Hermann lässt sich an der Rezeption das Geld zurück geben. Wollen die natürlich nicht. Aber so ein stinksaurer ehemaliger Reisbusfahrer kann echt sehr überzeugend sein. Wir fahren Richtung Alta. Dort können wir unsere leere Gasflasche füllen. Und es soll einen schönen Campingplatz geben. Letzteres stimmt schon mal.
Nach diesem nervigen Tag schlafen wir wie kleine Eisbären. Nach dem Frühstück kümmern wir uns um das Befüllen unserer Gasflasche. Klappt, geht ratzfatz. Kostet allerdings doppelt soviel wie zu Haus. Touristen-Nepp überall. Das haben die reichen Norweger doch eigentlich garnicht nötig. Dann schauen wir uns noch die Nordlicht Kathedrale an.

Anschließend fahren wir zu den Felsmalereien ins Alta Museum. Weltkulturerbe. Die Felsritzungen wurden 1960 entdeckt. Sie sind zwischen 2000 und 7000 Jahre alt. Um sie besser sichtbar zu machen, hat man einige mit rotem Ocker angemalt. Aber eigentlich sollen sie nur durch die jeweilige Lichteinwirkung sichtbar werden.

Bei bedeckten Himmel z.b. sind einige garnicht zu sehen. Wir können es nachspüren, warum die Menschen diesen Ort hier für heilig hielten. Nirgendwo in Skandinavien wurden mehr Felsritzungen gefunden als in Alta. Wir trinken am Ufer des Fjords einen Kaffee auf traditionelle Art. Eine nette junge Dame macht ein Foto von uns.

Dann gehen wir auf dem Pfad zurück, den vor 5000 Jahren schon andere Menschen vor uns gegangen sind. Hinauf zur „Natur“kirche. Der Blick auf den Fjord von da oben zum Niederknien.
Wegen dem schlechten Wetter gibt es diese Woche nicht so viele Bilder. Aber ein paar Bilder der Woche haben wir hinbekommen. 😀
Alta ist unser nördlichster Punkt. Nun fahren wir nur noch gen Süden. Für die, die sich wundern, dass wir Nordkap weglassen: da waren wir schon. Hermann gefühlt 1000mal. Und einmal im Leben reicht es wirklich 🙂
Übrigens: wenn du zur Mitternachtssonne am Inari See sitzt, um Erinnerungsfotos zu machen, dann bilde dir nicht ein, dass das wilde Winken von einem der trinkenden Letten gegenüber eine Einladung zum Herüberkommen und Mittrinken ist. Er versucht auch nur verzweifelt, die Milliarden Mücken zu verscheuchen. 😄 aber du kannst natürlich trotzdem zurück winken.
Tschüss Schweden…
(man spricht: heiwa peiwa und es bedeutet: Guten Tag)
Nach unserem ersten „Wildcampen“ fahren wir weiter Richtung Osten. Wir folgen einer alten Handelsstraße quer durch Lappland. Da die Samenkultur voll ist mit Geschichten von Riesen, Trollen und Elfen heißt sie ‚die Sagavägen‘. In Lycksele freuen wir uns auf eine typische Altstadt, aber werden enttäuscht. Die Altstadt besteht eigentlich nur aus einer Straße. Dafür viele Hochhäuser, die wir schon lange nicht mehr gesehen haben. Das Wetter erklärt sich solidarisch und lässt es in Strömen regnen. Wir fahren durch bis Umea.

Dort bekommen wir noch für den nächsten Tag einen Platz auf der Fähre nach Vaasa/Finnland. Hier angekommen erstmal die Uhr 1 Stunde vorstellen. Gezahlt wird in Suomi mit Euro. Die Sprache ist gewöhnungsbedürftig, lauter iis, ääs, öös. Also, nicht jeder Finne ist mit Vodka abgefüllt, wenn er mit dir spricht 🤭

Vaasa ist eine der ältesten Städte in Finnland, gegründet vom schwedischen König Karl Wasa. Wegen ihrer Geschichte ist die Stadt zweisprachig: schwedisch und finnisch. Wer hier aufwächst, spielt entweder Eishockey oder Fußball. 😄 Eine Besichtigung dieser Stadt fällt im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Der Regen fällt sturzbachmäßig vom Himmel. Safety first: wir halten auf dem nächsten Stellplatz. Kostenlos, mit Entsorgung, aber ohne Strom. Heizen und Kochen können wir mit Gas. Strom reicht mindestens 1 Tag.

Den nächsten Morgen beginnen wir mit einem anständigen Frühstück. Dann entscheiden wir, nicht die Küste entlang sondern mehr ins Landesinnere zu fahren. Es hat nämlich bis jetzt nicht aufgehört zu regnen. Und die Wetterapp macht uns auch keine Hoffnung auf Besserung. Iwann am späten Nachmittag erreichen wir Tampere. Finnland versöhnt uns mit Sonne und einem schönen Platz am See.

Am nächsten Tag geht’s weiter Richtung Osten. Erreichen Jyväskyla. Geburtsort von Matti Nykänen, dem besten Skispringer aller Zeiten sowie dem Super Architekten Alva Alto. Nichts verlockt uns hier zubleiben. Ohne Pause geht es Richtung Kuopio. Ab Nachmittag versuchen wir einen Platz zum wildparken zu finden. Keine Chance. 20 km hinter Kuopio finden wir einen kleinen Campingplatz direkt am See (natürlich!) Die Sauna ist inklusive, aber leider kalt. Hermann der Reiseprofi beklagt sich bei der Rezeption. Wir dürfen zusammen später nochmal rein (eigentlich geschlechtergetrennte Sauna). Der nette Finne radebrecht auf Englisch „mit Badesachen auch gemischt Sauna“. Das wird ein herziger Abend 😃

Die beiden Kerle springen zum Abkühlen in den See, ich tunke nur meine Füße ein und geh lieber unter die Dusche. Als der Finne mit Hermann den Rest seiner zig Dosen Longdrinks teilen will, tritt der Gott sei Dank vorsichtig den Rückzug an.

Der Finne hat am nächsten Morgen mächtig Kopfschmerzen und bleibt noch. Wir zuckeln weiter Richtung Osten. Abseits der üblichen Touri-Strecke, aber auf einer offiziellen Straße, die sich als holperige Buckelpiste entpuppt. Das lässt den Wowi hüpfen wie einen Flummi und kostet uns ein Kühlschrankregal. Beim Öffnen der Schränke ist Kopf einziehen angesagt.
Wir sind in Nordkarelien, die russische Grenze ist nicht weit. Bei der himmlischen Ruhe können wir trotzdem gut schlafen.

Kilometerfressen ist nicht unser Ding. 2 Tage ausruhen am See haben uns gut getan. Nun geht’s weiter Richtung Norden. Nachts wird es empfindlich kalt. Wir danken unserer fürsorglichen Nachbarin für warme Bettsocken.🤗👍

Wir machen kurz Stopp in einem kleinen Dorf mit typisch karelischer Bauweise: massiv Blockhaus, geteert und durch Malereien aufgehübscht. Russisch geprägt halt. Im nächsten größeren Ort ist ein Lidl. Wir machen unseren Kühlschrank voll, den Tank vom Kuga auch mal wieder. In Finnland schmerzen 24% MwSt. Auf unserem weiteren Weg besuchen wir auch das Stille Volk. Es handelt sich um mehr als 1000 Torfköpfe, so ähnlich wie unsere Vogelscheuchen. Der finnische Tanzkünstler Rejo Kela hatte sie zunächst für eine seiner Performance eingesetzt. Seit 1994 haben sie auf diesem Feld ein festes Zuhause. Eine Jugendwerkstatt in der Nähe zieht die Figuren 2mal im Jahr passend zur Jahreszeit an.
So gegen 17:00 sind wir bereits in Finnisch Lappland. Ein erstes Schild erklärt: hier Rentierzuchtgebiet. Nur 5 Minuten später haben wir ein Stelldichein mit 1 kleinen Herde auf der Straße. Aber diese unendlichen Wälder sind auch Wolfs- und Bärenland. Nur 125 km bis Russland = Stuhr-Hannover.
Gegen Abend steuert Hermann einen zauberhaften CP mitten im Wald an. An 2 Seen, mit Sauna. Natürlich.😊Da wir grillen wollen, wird es zu spät für die Sauna. Je nördlicher wir kommen, um so russischer die Sanitäranlagen und umso heißer die Getränke 😉

Übrigens: wenn du im Osten Finnlands an der Tanke stehst und plötzlich ein Wagen neben dir hält; darin eine ältere lächelnde Dame sitzt, welche dich mit einem strahlenden „Guten Tag!‘ begrüßt und dann in feinstem Hochdeutsch einen netten Smalltalk mit dir hält, weil sie sich soo freut, ein Auto aus der Heimat zu sehen, dann ist dir klar wie klein diese Welt ist und wie wichtig es ist, friedlich miteinander umzugehen.
Unsere kulinarische Woche:

Hier könnt ihr euch Finnische Bilder von uns anschauen.






































































































Was unterwegs immer geht ist Pasta. Sehr gerne auch in besonders lecker mit Käse überbacken. In diesem Fall also Tortellini. Aber die könnt ihr problemlos ersetzen durch Maccheroni, frische Ravioli etc. Für 2 Leute sollte es 1 Packung von ca. 400g sein. Dann braucht ihr noch 1 Packung pürierte Tomaten. Und in die Sauce könnt ihr noch gewürfeltes Gemüse oder Fleisch/Wurst/Schinken geben. Je nachdem was weg muss oder ihr am liebsten mögt.
Tortellini in Gemüsebrühe al dente garen (ca. 15 Minuten)
In der Zeit pürierte Tomaten mit 1 ganzen, aber halbierten Zwiebel kurz aufkochen. Zwiebel 5 Minuten mitschmoren, dann rausnehmen. Mit Salz,Pfeffer, 1 Prise Zucker abschmecken. Sehr gerne auch Kräuter wie Basilikum, Thymian, Oregano. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, um Gemüse- und Schinkenwürfel dazu zugeben.
2 Esslöffel saure Sahne unterrühren, dann 1 rohes Ei. Von der Tortellini Brühe 2 Esslöffel in die Soße rühren. Tortellini abgießen, mit der Soße vermengen, 2 EßL. geriebenen Käse unterrühren. In Auflaufform geben, restlichen Käse drüber streuen.
Ungefähr 20 Minuten auf der großen Gasflamme bei mittlerer Hitze backen.


was wir nicht wollen 😃
Wir sind Samstag an diesem süßen kleinen Campingplatz in Tällberg angekommen. Er liegt direkt am Siljansee. Der ist mal durch einen Asteroideneinschlag entstanden. Deshalb ringsum kleine und größere Hügel, fast wie im Schwarzwald. Auch die Häuser sind ganz anders als sonst in Schweden. Nix Bullerbü.

Es ist so ruhig hier, das einzige was zu hören ist: Wind, Gekreische von einem Möwenpärchen, wenn der Bussard aufsteigt. Lärmendes Geschrei von 4! (hört sich an wie 50🤭) Wildgänsen, die sich empört beschweren, wenn Camper mit ihrem Hund Gassi gehen. Wir genießen das sehr nach dem quirligen Stockholm.
Das Licht ändert sich hier ständig und macht diesen Platz zu einem magischen Ort.

Erst wollten wir Kajak fahren, aber dann hatte Hermann mehr Bock auf Angeln😊 Also hab ich in der Zeit bissel Haushalt gemacht. Und Muffins mit Blaubeeren gebacken. Mhmm- soo lecker! 😋 und ein småkliger Ersatz für den nicht gefangenen Fisch.

Irgendwann (war das Montag?) sind wir weiter Richtung Norden gefahren. Haben bei den Werkstätten in Darlarnaläns angehalten und nach Mitbringseln gestöbert. Gegen Mittag haben wir die südlichste Grenze der schwedischen Finnmark erreicht.

Diese Landschaft zu erleben lässt einen demütig werden, so schön ist sie. Als Hermann müde wird, halten wir am nächsten Campingplatz. Für 1 Übernachtung ist immer etwas frei. Schade, die Sauna ist noch nicht in Betrieb.

Wir erleben unsere erste helle Nacht. Es wird einfach nicht dunkel. Und es wird ar ..kalt. Am nächsten Morgen hängen dunkle Regenwolken ziemlich tief. Wir sind die letzten, die sich auf den Weg machen. Wie die Tage zuvor beeindruckt uns die Landschaft. In der Ferne sind noch schneebedeckte Gipfel zu erkennen. Leider nicht fotoreif. Das Licht ist nicht gut. Die ersten wilden Rentiere auf einer Schonung gesichtet. Kamera mit Teleobjektiv lag im Wohnwagen ☹️ keine Bilder.
Wir erreichen Östersund. Eine im Auftrag des Königs komplett am Reissbrett durchgeplante Stadt. Die meisten der Einwohner sind Samen. Im örtlichen Heimatmuseum Jamtly erhalten wir einen genauen Einblick in die Entwicklung des Jämtland. Ein Video über das Leben der Samen berührt unsere Herzen. Den „Indianern“ Europas fühlen wir uns verbunden.

Das am 6. Juni schwedischer Nationalfeiertag ist hatten wir nicht auf dem Plan. Jubel, Trubel, Heiterkeit. Jeder Besucher bekommt ein schwedisches Fähnchen.

Maria trägt traditionell Tracht und hat Geburtstag heute. Sie versucht uns für den örtlichen Seniorenverein anzuwerben. Als wir uns als Deutsche outen, lacht sie. Ihr Vater war Deutscher erzählt sie (auf Deutsch). Und ihr Bruder lebt in Bremen. Is nich wahr ?! Wir haben Spaß, aber das Getümmel geht uns zunehmend auf die Nerven. Also machen wir uns bald auf den Heimweg (zum Wowi).

Am nächsten Morgen geht’s weiter Richtung Norden. Wir fahren bis Strömsund. Und nehmen dann den Vildmarksvägen. Unterwegs sehen wir immer wieder Kranichpaare auf den Wiesen und haben tatsächlich eine kurze Begegnung mit unserem ersten Elch. In Gäddede übernachten wir.

Am nächsten Morgen nach einem leckeren Frühstück mit Rührei ziehen wir weiter. Beim Kopman treffen wir die ganzen Womos wieder, die schon vorm Frühstück abgereist sind. Haben die sich verfahren?? Oder wieso sind die noch hier?
Dann geht es weiter, erst Richtung Norden, dann mehr östlich. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen: es warten geradezu spektakuläre Augenblicke auf uns – quasi im Minutentakt. Wir sind in Schwedisch Lappland angekommen. Die Landschaft ist so weit, so gewaltig, so Ehrfurchts erregend. Das kann man nur schwer in Bilder oder Worte fassen.

Um 16:00 brauchen wir dringend eine Pause und entschließen uns, per Jedermannsrecht auf dem nächsten Rastplatz stehen zu bleiben. Einen schöneren (kostenlosen) Nachtplatz hatten wir bis jetzt nicht.

Unsere kulinarische Woche:

Übrigens: wenn einer von uns den anderen fragt: „Welcher Tag ist eigentlich heute?“und der andere antwortet: „Montag. Glaube ich. Keine Ahnung. Aber weißt du wie spät es ist?“ Und dann als Antwort kommt: „Nee, sieht aus wie 20:00 Uhr.“ Blick auf die Uhr: „Es ist 0:45.“ „Echt jetzt?!?“
DANN kennst du die Bedeutung von FREIHEIT.
Schaut einfach unsere Landschaftsbilder zum Verlieben an – und ihr werdet uns verstehen 🥰👋👋
Ab Juni beginnt in Schwedens Wäldern die Blaubeer-Saison. Sammeln darf jedermann/frau wenn eine gute Stelle bekannt ist.
Gesammelt haben wir natürlich nicht, sondern gekauft. Die Muffins schmecken trotzdem köstlich.
Wie immer: erst die trockenen, dann die nassen Zutaten verrühren, Dann das Nasse unter das Trockene, am besten mit Gabel oder Teigschaber und zum Schluss die Beeren unterheben.
Auf der großen Gasflamme: vorheizen 5 Minuten auf höchster Flamme, 20 Minuten auf kleinster. Dann für eine schöne Farbe nochmal 3 Minuten Vollgas. Nach dem Abkühlen mit Zuckerguss verzieren.



Småklig Måltid!
ZUTATEN:
Trocken:
150g Dinkelmehl, 150g Hafermehl, 2 Tel. Backpulver, 1/2 Tel. Zimt, je 1 Prise Salz, Kardamom, Koriander, 1 Päckchen Vanillezucker, 2 Eßl. Zucker
Nass:
150g Yoghurt, 1 Ei, 2 Eßl. Rapsöl, 1 Eßl. Zitronensaft, etwas geriebene Zitronenschale, 2 Eßl. Ahornsirup, wenn Teig zu fest, etwas Wasser unterrühren
200g Heidelbeeren