Entlang der Waterkant

Wowi dran und los.
Unsere Tour startet in Boltenhagen
Neue Markise für besseres Klima
Neuer Küchentisch
Chillig und tiefenentspannt
Abendspaziergang
Oldie, but goldi.. 😊
Boltenhagen, altes Fischerdorf
Kleine Steilküste
Schloss Bothmer
Barocke Anlage mit Wassergraben
Restaurant Wowi
Kleine Radtour
Marina Weiße Wiek
Letzte Regatta Vorbereitung
Fisch, frisch auf den Tisch
Fiete, neuer Reisebegleiter
Stellplatz von oben
Campingplatz direkt am Strand
In Beckerwitz
Romantische Abendstimmung
Zum Hören=Draufklicken aufs Bild
Die Jagd beginnt 😃
Wildbretverkauf auf dem Platz
Da kündigt sich Heftiges an
Fischbrötchen essen in Wismar
Ganz plötzlich Wolkenbruch
Zuflucht im Strandkorb

Dänischer Sommer

Da uns die Wetter App stabiles Wetter verspricht, ziehen wir die Option und bleiben bis Mittwoch in Sølager. Einfach mal chillen, das schöne Wetter und den Strand genießen, aber vor allem diese unglaubliche RUHE.

Ein Dompfaff besucht uns mehrmals am Tag. Irgendwann gelingt es mir, ein Foto zu machen. Wir fahren zum kleinen Hafen und genießen das Feeling dort. KITE-Surfer sind unterwegs, ein paar Kids toben unbeschwert am Steg. Fangen Krabben und Mini-Fische mit dem Kescher.

Hermann versucht sein Angelglück. Aber gut, dass wir Grillsachen eingekauft haben. Ich strapazier meine Liege und lese einen Schwedenkrimi, den ich mir noch geladen habe.

Alles ist tiefenentspannt 🙂 Mittwoch nach dem Frühstück packen wir alles zusammen. Die Fähre ist direkt ums Eck. Fährt alle 30 Minuten. Gegen Mittag überqueren wir den Storebelt mit Hilfe der gleichnamigen Brücke. Bei Odense machen wir eine kurze Pause und fahren dann weiter bis zur Insel Langeland. Dort haben wir bis Freitag einen Komfort Platz auf Emmerbølle Camping gebucht. Der Platz hat einen Pool und direkten Zugang zum Strand.

Wir wollten den unbedingt ausprobieren, weil ein Arbeitskollege von Hermann total begeistert ist und sich hier sehr wohl fühlt. Genau dieser Kollege lässt uns durch einen Verwandten abends 2 kühle Bier vorbei bringen – die Überraschung des Abends! Dankeschön nochmal❣️

Donnerstag ist nochmal super Wetter angesagt. Den Tag verbringen wir mit chillen.

Freitag: wir machen uns auf den Heimweg.

Nach 11.000 km in 83 Tagen kommen wir wieder zu Hause an. 10mal haben wir autark gestanden, insgesamt 31 Campingplätze genutzt.

Eine wunderbare Reise ist zu Ende. Unsere Erwartungen an die Landschaften wurden voll erfüllt, die ans Wetter nur  teilweise. Aber irgendwas ist ja immer 😇 Unser Equipment hat sich voll bewährt. Hermanns Erfahrungen als Reiseprofi waren nicht mit Gold aufzuwiegen.

Hat es sich gelohnt? JA!

Danke allen, die interessiert unseren Reiseblog verfolgt haben. Die letzten Bilder dieser Tour könnt ihr euch hier anschauen.

Bis bald 👋👋👋

Heidekraut und Heidelbeeren

Sonntag fahren wir gen Göteborg. Hermann hat eine Anfrage bei einem sehr kleinen CP gestartet, der direkt am Holsjön liegt. Der kleine Ort heißt Holsljunga. Die positive Antwort ließ nicht lange auf sich warten.

So ein Natur-Campingplatz ist mehr unser Ding. Allerdings könnten wir eine deutsche Kolonie gründen: SK/CE/WL/OL/KR sind hier außer uns vertreten.

Die Krefelder stehen hier mit einem MAN Mega Angeber Geschoss. Das Teil kostet neu ab 400.000 Euro. Mit eingebautem Bad braucht er die schwedischen Sammel-Duschvorhang Kabinen nicht nutzen. Aber: da es auch für ihn keinen direkten Wasseranschluss gibt, verbringt er den größten Teil des Tages mit Wasserschleppen😇 iwas ist immer. Die Show stiehlt ihm dann etwas später diese auseinander ziehbare Wohndose. Das neueste auf dem Markt derzeit. Zu bekommen ab 30.000 €.

Wir bauen unser „mini‘ Equipment auf einschließlich der Kajaks und werfen anschließend den Grill für unsere Steaks an. Zufriedenheit pur.🥰

Montag: Wetter trocken, erstmal Frühstück. Der Duft unseres handgemachten Kaffees scheint den Platz zu wecken😊 während sich die eine Hälfte abreisefertig macht, ziehen wir Badesachen an. Als wir mit den Kajaks loswollen, setzt der Regen ein. Hört auch nicht wieder auf bis zum Abend. Also Lese-und Dödeltag. Eine Freundin schickt Urlaubsfoto aus Schottland: very shice weather. Aber da geht man in eine Whisky Destillerie und schon sieht die Welt ganz rosig aus 🥃☺️

Dienstag: nach dem Frühstück  geht’s direkt zum See: endlich perfektes Kajak-Wetter🥰 2 Stunden fahren wir die Ufer entlang, ärgern Möwen, die sich auf Felsen sonnen, scheuchen Wildgänse auf und hören ein Kranichpärchen im Wald schreien. Sooo schön! Wir sind versöhnt mit dem blöden Wetter der letzten Tage. Auf dem Rückweg durch den Wald können wir Heidelbeeren naschen. Genauso stellt man sich Schwedenurlaub vor 😊🧡

Mittwoch: es ist warm, noch scheint die Sonne. Wir frühstücken draußen. Gestern Nachmittag hat sich mein Waffeleisen verabschiedet. Die Huckelpisten der letzten Wochen haben einige Schrauben losgerüttelt, die sich nicht mehr festziehen lassen. Zum Abschied noch ’ne Runde Zimtwaffeln backen ging aber noch. Eine Gruppe junger Schwedischer Familien ist gestern Abend angekommen. Haben hier eine Wagenburg gebaut und den ersten Abend ihres Urlaubs gefeiert.🤪 Zeit, dass wir weiterziehen.

Sämtliche CP auf dem Weg nach Helsingborg sind bis zur Naht voll. Um 16:00  buchen wir uns auf dem First Camp Platz in Helsingborg ein. First Camp ist eine Kette, die wir schon auf Öland genutzt haben. Dort waren wir allein auf dem Platz, hier quetschen wir uns dazwischen.

Der Platz hat einen Pool, liegt direkt hinter den Dünen. Die Serviceanlagen sind okay. Das wars dann auch schon an positivem. Es ist der teuerste Platz ever: 87,00 Euro für eine Nacht. Dafür müsste der Pool mindestens mit Champagner gefüllt sein. Aber bei der Menge an Kiddies, die da rein..äh..hopsen..lieber nicht verschlucken. 😝 Ist ja nur für 1 Nacht. Und die wird kurz: ab 18:00 Halligalli für die Kids, ab 20:00 machen die Eltern alleine weiter. Zum Glück halten sich fast alle an die Platzruhe ab 23:00.

Donnerstag: gerädert machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zur Fähre nach Helsingör. Vorher wird der Kuga noch vollgetankt. Dänemark hat norwegische Spritpreise. Die Überfahrt dauert ca. 30 Minuten. Auf dänischer Seite gibt es einen Lidl. Und der darf sogar Alkohol verkaufen 🤩 wir nehmen 1 Flasche Barcadi mit (Mojito trinken) und 1 Tetrapack Rotwein. Schließlich haben wir unseren letzten in Norwegen getrunken. Dann suchen wir einen CP. Und finden den Sølager Strandcamping direkt am Roskilde Fjord. Ole und Jette betreiben diesen süßen kleinen Campingplatz. Wir dürfen uns aussuchen, wo wir stehen möchten. Wir nehmen einen mit Büschen, Bäumen und Blumen an den Seiten.

Freitag: super geschlafen, himmlische Ruhe hier. Und der Rotwein gestern war auch lecker 😊 Wetter: trocken Hermann stellt fest, dass wir gestern auf dem Weg hierher die 10.000 km Marke geknackt haben 😊💪wir sind angesichts der Wolken mutig und satteln die Räder. In Hundested gibt’s einen Sandskulpturen Event. Die wollen wir uns ansehen. Und anschließend zum Rasmussen Haus weiterfahren. Wir sind grad am Hafen angekommen, da öffnet der Himmel seine Schleusen. 🌨 Na toll. Wir ziehen die Regenjacken an, kaufen uns leckeres dänisches Eis in einem Café. Nach 1 halben Stunde schüttet es immer noch. Keine Ahnung, wie Sandskulpturen nach einem Regenguss aussehen. Wir haben keine Lust mehr und fahren zurück. Pitschnass krabbeln wir in den Wowi. Jetzt erstmal einen Kaffee. Und ins Bett. Der Regen wird nicht mehr aufhören heute Abend.

Samstag: wir haben vergessen, die Dachluke zu zuziehen. Die Sonne küßt uns wach. Wir frühstücken draußen. Mit Speck und Eiern, frischem Toast und duftenden Kaffee. Alle, die zu den Sanis oder der Rezeption wollen, müssen an uns vorbei. Und wirklich jeder möchte sich bei uns einladen.😋

Ein lieber Gruß von unseren Kindern erreicht uns. Sie wollen wissen, ob wir noch in Dänemark sind. Jo, wenn das Wetter hält, werden wir die Ruhe hier ein paar Tage genießen.

Wir vollenden die Radtour von gestern mit dem Auto. Der Besuch beim Knud Rasmussen Haus steht noch aus. Der berühmte Grönlandforscher hat sich hier erholt und seine nächsten Expeditionen vorbereitet.

Ein paar Fotos von Schweden nach Dänemark könnt ihr euch hier ansehen.

Langsam endet diese Reise

Der Askeviks CP hat uns gut gefallen. Sehr nett, das Wetter schien auch besser zu werden. Wir beschlossen 5 Tage zu bleiben. In der Hoffnung vielleicht zum Kajak fahren zu kommen.

Am Freitag fahren wir nach Mariestad. Wir müssen einkaufen und schauen uns vorher die Stadt an. Auf dem Weg dorthin stellen wir fest, dass genau hier der Göta-Kanal beginnt. Das war uns nicht bewusst.

In Mariestad gibt es eine schöne Kathedrale. Leider kann man sie nicht betreten außerhalb der Gottesdienste. Dafür hat der Lidl auf. Juhu, endlich mal wieder günstig einkaufen. Nachmittags kommen andere Camper an. Wir lernen ein sehr nettes älteres Ehepaar aus Göteborg kennen. Die beiden sind ein eingespieltes Team. Wir sind auf einer Wellenlänge. Als die beiden Sonntag wieder abreisen, bekommt Hermann ihre Telefonnummer. Weil wir anschließend nach Göteborg wollen. Und einen Tipp für einen CP dort.

Das Wetter hält sich genau bis Sonntag. Am Montag geht ein Platzregen nieder, der den Platz in eine Matschwiese verwandelt. Als wir Mittwoch weiterfahren, ist Göteborg nicht mehr aktuell. Die Regenfront reicht bis dahin. Wir fahren zum Vätternsee. In Hjo ist noch genau 1 Platz frei, den Hermann online reserviert. Wir fahren im Regen, kommen im Regen an. Jetzt ist es wieder ein Vorteil, automatische Stützen zu haben. Ruckizucki ist der Wowi aufgestellt. Die Plätze sind zum Teil mit Rasen, zum Teil mit Schotter. Dadurch können wir wenigstens nicht komplett absaufen. Nachdem der Wowi steht, trinken wir noch 1 Kaffee und dann machen wir erstmal ein Schläfchen. Der CP ist riesig. Für uns ungewohnt wenn der Nachbar nur den Sicherheitsabstand einhält. Wir fühlen uns quasi „umzingelt“ von Wohnwagen. Und du hörst wirklich sämtliche Geräusche deines Nachbarn und deines Hintermannes. 😐

Wenigstens bekommen wir Satellitenempfang. TV kann ablenken. Meine 3 Bücher hab ich ja schon in den hellen Nächten durchgelesen. Donnerstag kommt doch tatsächlich die Sonne durch. Wir bauen unsere Klappräder auf und machen eine kleine Radtour.

Erst an den See, dann am Ufer entlang in den kleinen Stadtpark. An einem schönen alten Café gönnen wir uns handmade Eis.

Gleich um die Ecke gibt’s einen Biergarten. Die Mädels der Bedienung stecken in Dirndl. 😄 Mit so a echten bajuwarischen Madl können die aber nicht mithalten…zuwenig Holz …ihr wisst schon😉 wir finden das Strandbad im Hafen. Da hätten wir Lust drauf, wenn das Wetter sich bis Freitag hält. Als Hermann wissen will, wie hoch der Eintritt ist, Überraschung: kostenlos für Alle!

Der Freitagmorgen beginnt extrem windig, aber die Sonne scheint. Wir packen unsere Badesachen in den Rucksack und fahren ins Strandbad. Da ich Angst um unsere Räder habe nehmen wir den Kuga. Jetzt müssen wir erstmal einen Parkplatz finden. Für den Profi hinterm Lenkrad kein Problem. Ab ins Wasser. Herrlich, mal wieder ein paar Bahnen ziehen. Als wir uns zum Trocknen in die Sonne legen, wird’s richtig voll – und kreischig laut.

Wir ziehen um zum kleinen Strand. Erst lockt es uns im See zu baden. Als ein Opa, mit seinem Enkel auf dem Arm, von Algen behangen wie Neptun dem Meer entsteigt, mögen wir doch nicht. Wir fahren zurück zum Platz. Ich koch uns was Schönes.

Samstag ist nochmal richtig schönes Wetter. Wir frühstücken draußen und überlegen, was wir mit dem Tag machen. Zum Kajak einsetzen ist das Ufer am CP zu hoch. Die schweren Kajaks bis zum Strandbad schleppen, sind wir schon tot bevor wir losfahren. Morgen fahren wir weiter. Richtung Jonköping und dann?? Hermann findet einen kleinen Campingplatz an einem See. Bewertungen sind gut, ist nicht weit weg von Göteborg. Eine Anfrage ist gestartet. Mal sehen. Ein paar Fotos mit dem Handy haben wir gemacht. Sonst war nichts festzuhalten außer Regentropfen am Vättern- und  Vänernsee

Vom Jostedal direkt nach Schweden

Es ist Sonntag, der 7.7. Gut dass wir gestern noch zum Gletscher hoch gegangen sind.  Heute schüttet es mal wieder, da ist nix mit Ausflug. Stattdessen machen wir  „Versorgungstag“: mal wieder die Betten beziehen, Waschmaschine und Trockner vom CP nutzen. Online Banking. Und sehr leckere Apfelzimt-Schnecken backen. Fragt mich nicht nach einem Rezept, ich hab es auch einfach gegoogelt.

Seit fast 2 Monaten leben wir nun schon in unserem „Wowi“. Langeweile kam bis jetzt nicht auf. Seit wir die Lofoten bei tollstem Sommerwetter erleben durften, sind wir eigentlich ganz zufrieden. Wir haben nicht das Gefühl, unbedingt noch etwas bestimmtes sehen zu müssen. Das Wetter nervt manchmal, und ein paar dubbelige Zeitgenossen. Ansonsten treiben wir so ganz langsam Richtung Heimat.

Montag: ein letzter Blick auf den Gletscher. Dann fahren wir wieder. Bergen hat die nächsten 10 Tage 90% Regenwahrscheinlichkeit. Deshalb verzichten wir darauf. Geiranger genauso. Also peilen wir die Stabkirche in Borgund an. Auf dem Weg dorthin durch Fjaerland gefahren. Sehr schön, wegen Schlechtwetter keine Fotos. Am Sognefjord legen wir eine Mittagspause ein. In dem Ort Kaupanger macht Ulla ein Nickerchen und Hermann hält die Angel in den Fjord. Wieder nix gefangen. Der Sogne Fjord ist der größte von allen Fjorden, da können die Fische sich besser verstecken.😇 Die kleine Stabkirche am Ort besuchen wir nicht: so steil und eng, da kriegen wir den Wowi nicht gewendet.  Auf dem Weg nach Lærdal: als wir am Ende des Tunnels ankommen, Überraschung: der endet direkt in der Fähre!

Den nächsten Stopp machen wir in Lærdal. Dieser Ort betreibt gemeinsam mit seinen Bewohnern nachhaltigen Tourismus. Er besteht aus 161 originalen Holzhäusern. Und wurde zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Im angrenzenden Fluss Laerdalselva konnte man früher Lachse mit der Hand fangen. Heutzutage sind die wilden Lachse streng geschützt. Eine Lizenz würde bis zu 1000 Euro kosten.

Danach fahren wir zur ältesten Stabkirche Norwegens. Statt die E16 zu nehmen, fahren wir die historische Straße. Den Kongensveigen, den Königsweg, der von Oslo nach Trondheim führte. Mal wieder  kinoreife Ausblicke.

Als wir die Stabkirche in Borgund erreichen, sind sämtliche Plätze bis dahin schon mit Womos besetzt. Der eigentliche Besucherparkplatz für die Kirche durch Pylos zugestellt. Um unerwünschte Übernachtungen zu verhindern. Die sind laut Schilder verboten. Hält sich natürlich kein Touri dran. Genauso wenig wie ans Drohnenflugverbot. Hermann weist freundlich, aber bestimmt darauf hin. Murrend wird die Drohne eingepackt. Die Bilder hat er natürlich trotzdem. Wir machen ein paar Fotos von außen. Besichtigung schon geschlossen. Dann fahren wir weiter und finden einen tollen Rastplatz. Ausgesucht von Olav. Oder Oma. Jedenfalls gibt es 1 Regenbogengruss vom Himmel für uns.

Dienstag: Gut geschlafen, gut gefrühstückt. Wir wollen Richtung Fagerness. An der alten E16 schauen wir uns die Stabkirche in Øye an. Überhaupt gibt es an den alten Straßen immer sehr viel Schönes zu entdecken. Die neuen führen fast immer durch Tunnel. Hinter Leyra machen wir eine Mittagspause. Dann fahren wir zum Mjøsasee. Den überqueren wir bei Biri per Brücke nach Moelv. In Elversum finden wir einen ruhigen Schlafplatz für die Nacht. Mitten im Wald. Zur schwedischen Grenze ist es nicht mehr so weit.

Mittwoch: der norwegische Rhythmus: 1 Tag Sonne, 2 Tage Regen. Wir mögen nicht mehr und fahren die Route 25 bis Schweden. Die Grenze überqueren wir gegen 14:00 Uhr bei Sälen. Ein Wintersportstädtchen. Berühmt für den Start des historischen VASA-Laufs (90 km Skilanglauf) bis Mora. Und für sämtliche Wintersportarten. Sieht im Sommer grausig aus. Wir tanken endlich wieder günstig, kaufen ein und fahren bis Malung. Dort stehen wir 1 Nacht auf dem CP. Das Ehepaar aus Baden-Württemberg, das nach uns ankommt, erzählt in bestem Schwäbisch, „des se nu 4 Wocha unterwegs sin, duch Schweda bis no Drondhoim. Abr nu isch’s gnug mid Rega, nu wolla mir nur no hoim. Un wie lang seid ihr scho underwegs?“

Ich widerstehe der Versuchung in ostfriesisch Platt zu antworten. Stattdessen zucke ich mit den Schultern und sag: “ keine Ahnung. Wir sind am 12.5. gestartet, über Süd, Mittel- und Ostschweden nach Finnland rüber. Da die Ostgrenze hoch durch Karelien bis Lappland. Dann über Alta, Tromsö, Trondheim zu den Lofoten. Von da Atlantikstraße und Küstenweg bis Jostedal und jetzt nach hier.“

PAUSE.

Auch ich muss das erstmal gedanklich verarbeiten. 😊 Sagt er (typisch Kerl): „unn wieviele Kilomedr sind des so?“ Mein Hermann, der Reisebusfahrer, total trocken: „9000. Ungefähr.“ Als er dann noch per Knopfdruck die Stützen ausfahren lässt (was wieder diesen begehrlichen Glanz in die Augen des Schwaben zaubert), zieht die brave Hausfrau erst ihren Mann am Ärmel,wünscht uns einen schönen Abend und mit selbigen von dannen. 😇

Donnerstagmorgen fahren wir nach Värmland an den  Vänernsee. In Sunne machen wir eine Pause. Stellen den Wowi auf einen Parkplatz und fahren mit dem Kuga erst zur Statue von Selma Lagerlöf. Anschließend zu ihrem Gutshof Mårbacka, ca. 10 km außerhalb von Sunne. Diese Frau wurde 100 Jahre vor mir geboren. Sie war eine sehr willensstarke, kluge und selbstbewusste Frau. Sie ließ sich gegen den Willen ihres Vaters in Stockholm zur Volksschullehrerin ausbilden. Dann lebte sie einige Jahre in Fallun. Als sie den Nobelpreis für Literatur erhielt, konnte sie mit dem Preisgeld das Familiengut, das wegen hoher Schulden verloren ging, zurück kaufen.

Dort lebte sie gemeinsam mit ihrer geliebten Freundin bis zu ihrem Tod. Zu Lebzeiten gründete sie eine Stiftung, mit dem Auftrag, das Mårbacka der Allgemeinheit erhalten bleiben soll.

Die wundervolle Geschichte des Nils Holgerson und seiner abenteuerlichen Reise mit den Wildgänsen kennt ja jedes Kind. Leider gibt es das nicht auf Deutsch zu kaufen im kleinen Laden von Mårbacka. Am Himmel zieht ein Gewitter auf. Wir machen uns schnellstens vom Acker. Holen den Wowi ab und fahren bis zum Vänernsee. Dort suchen wir einen schönen CP und werden fündig: ausgewanderte schweizer Betreiber – deutscher Standard…wenn das Wetter hält, machen wir hier Urlaub 😍

Yep, wir haben Glück. Karin und Roger, die beiden CP-Besitzer geben uns einen Platz unten am See. Eigentlich sind sie full booked. Aber wir dürfen bis Mittwoch bleiben.

Jetzt muss nur die Sonne auch solange bleiben…

Bis dahin könnt ihr, wenn ihr wollt, die Bilder dieser Woche anschauen 😊

Von Trondheim auf der Küsten-und Atlantikstraße bis zum Jostedalsbreen

Sonntagmorgen werden wir durch Glockengebimmel in unserem Schlaf gestört. Eine kleine Schafherde findet das Gras an unserem Parkplatz besonders lecker.😋 Wir drehen uns nochmal um. Schon lange nicht mehr soo gut geschlafen. Nach dem Frühstück, so iwann gegen Mittag 😇, geht es gemütlich weiter südlich. (Kleines Wortspiel 🤭)

Auf der Straße 810 finden wir uns zunächst im Schwarzwald wieder, dann haben wir das Gefühl in Kanada unterwegs zu sein. Bald überschreiten wir wieder den Polarkreis, diesmal von Nord nach Süd.

Wir fahren die 810 bis Mo i Rana und dann wieder auf der E6 Richtung Trondheim. Kurz nach Mo i Rana suchen wir einen ruhigen Schlafplatz. Irgendwo im Wald werden wir fündig. Den notwendigen Abstand zum nächsten Privathaus halten wir ein. Nach einem leckeren Frühstück „Hermann Special“ (Rührei mit knusprigem Speck) geht’s weiter.

Es gilt eine besondere Straße zu erkunden: die 17, auch Kystriksveien genannt, die durch Helgeland führt. Für die Straße wird Maut fällig, die beiden Fähren sind kostenlos. Erst haben wir gutes Wetter. Je südlicher wir kommen, umso schlechter wird es.

Nach 2 Tagen Wildcampen oder wie es heutzutage so cool heißt „autark stehen“ brauchen wir wieder einen Platz, der uns mit Strom versorgt. Bei den ersten beiden Plätzen fahren wir nach kurzer Besichtigung direkt weiter. Dann entscheiden wir uns für einen CP am Fluss. Hinter uns rauscht der Verkehr von der E6 vorbei, auf der Flussseite der Zugverkehr nach Trondheim. Es gibt für Männlein/Weiblein je 2 Toiletten und Duschen für den ganzen Platz, vorn neben der Rezeption. Dafür bezahlen wir stolze 350 NK, davon 75 Kronen extra für Strom, der hier quasi nichts kostet. Das sind ca. 32 Euro. Teure Parkplatzgebühr. Da es nicht soviele CP gibt, braucht man sich nicht soviel Mühe zu geben. Die Touris zahlen ja. Wir finden das sehr, sehr schade. So ein wunderschönes Land. Aber das hinterlässt einen faden Beigeschmack. In Schweden ist uns das so nicht passiert. Das es mit der Touri Abzocke noch besser geht, ahnen wir da noch nicht. Am nächsten Tag fahren wir weiter Richtung Trondheim. Unterwegs füllen wir nochmal 1 Gasflasche auf. Dies ist nur in wenigen Orten möglich. Dann suchen wir ziemlich bald einen Nachtplatz. Leider gibt’s keine vernünftigen „wilden“ entlang der E6. Schließlich fahren wir durch bis kurz vor Trondheim und buchen 2 Nächte CP.

Der CP, direkt am Fjord, ist der teuerste bisher: 50 Euro für 1 Nacht. Dafür dürfen wir unseren Wowi abstellen und das Stromkabel anschließen. Das Duschen kostet extra. Als wir einen kurzen Blick in die nicht gereinigten Duschen werfen, entschließen wir uns, 2 Tage darauf zu verzichten. Die Zuglinie führt diesmal mittendurch den CP. Trotzdem haben wir keine Wahl: dies ist der naheste Platz zu Trondheim. Sonst gibt’s nur noch 1 Stellplatz am Hafen. Auch nix besser.

Am nächsten Tag entschädigt uns Trondheim mit einer schönen Altstadt und einem beeindruckenden Nidaros Dom. Die Führung auf Deutsch ist im Eintrittspreis enthalten.

Donnerstag machen wir uns auf in Richtung Bergen über Kristiansund. Unterwegs macht Hermann noch einen Schlenker über eine neue Küstenstraße.

Hier hat der berühmte Harald Schönhaar, der als erster König Norwegens gilt, den Grundstein für dieses schöne Land gelegt. Denn hier hat er nach siegreichem Kampf mehrere Wikinger Stämme vereinigt. Der schöne Harry ist auch der Uropa von Olav dem Heiligen. Das ist der, den sie unter dem Nidaros Dom beerdigt haben und der angeblich nach seinem Tod soviele Wunder bewirkt hat. Als König wollten sie ihn nicht, als Heiligen konnten sie ihn gut gebrauchen. 😇

Wir finden einen ganz wunderbaren Platz oberhalb des Fjords, Olav sei Dank. 😉Endlich mal wieder eine ruhige Nacht.

Denkste: in der Nacht kommt Sturm auf. Am frühen Morgen setzt Sintflutartiger Regen ein. Vom Fjord nix mehr zu sehen. Alte Germanen wie uns erschüttert das nicht. Kristiansund ist nicht weit. Die Fähre startet sofort mit uns. Leider ist der alte Fischereihafen dort nicht mehr vorhanden. Nix mit  frischen Krabben. Nur noch Sportboote und Kreuzfahrtriesen. Und es regnet in einem fort. Hermann fährt auf der berühmten Atlantikstraße. Mit besonders schönen Ausblicken. Tja, leider kommt das bei dem Wetter nicht so rüber.

In Ålesund angekommen, 1 Versuch auf dem Stellplatz am Hafen unterzukommen. 1 weiterer auf einem CP iwo in der Stadt. Nach 1 halben Stunde herumkurven gibt Hermann genervt auf.

Weiter geht’s Richtung Bergen. An der E39 halten wir auf dem Parkplatz an einer Kirche. Unsere Jungs verlieren gegen Spanien. Nicht unerwartet, trotzdem bitter. Jetzt hilft nur noch ’ne Aufbackpizza aus dem Omnia. Wenigstens das funktioniert. Am Samstagmorgen machen wir uns auf den Weg. Hermann erinnert sich an einen Ort, wo er vor 40 Jahren mal mit einer Busgesellschaft war. In Loen im Hotel Alexandra. Das Hotel gibt’s noch. Und mehrere Campingplätze, einer etwas außerhalb  direkt am Bergsee.

Als wir dort ankommen sind wir mal positiv überrascht. Tolle Gegend, sehr nette Betreiberfamilie, sehr schöner CP. Hochpreisig aber alles tippitoppi. Der Chef empfiehlt uns, bei dem guten Wetter einen Ausflug zum Gletscher zu machen. Zeigt Hermann eine Privatstraße, auf der man ziemlich nah herankommt. Dann nur noch ein „paar“ Meter wandern…die Ausblicke auf dieser Straße: sensationell.

Vom kleinen Parkplatz geht es auf Bergziegenpfaden immer höher. Als immer mehr Felsen im Weg rumliegen, machen Ulla’s Knie nicht mehr mit. Wir drehen um und gehen zurück. Abends sind wir begeistert von der Foto Ausbeute. Das türkisfarbene Wasser vom Gletschersee unglaublich! Aber schaut euch  selbst die Bilder dieser vielen Panoramastraßen an.