Sonntag mittag kommen wir in Tromsö auf dem CP an. Der Wowi wird abgestellt, dann geht es direkt zurück in die Stadt. Wir wollen das herrliche Wetter nutzen, um auf den Fjellheisen zu fahren. Von dort haben wir einen tollen Blick über den Tromsfjord.

Am Montag schauen wir uns das Hinterland von Tromsö an Richtung Sommaroya. Sehr windig und kalt. Die Tundra lässt sich im Bild leider nicht so toll wiedergeben wie sie live wirkt. Auf dem Rückweg wollen wir noch einen Spaziergang durch die schöne Altstadt in Tromsö machen. Es ist schlicht kein Parkplatz zu bekommen, einige Straßen sind sogar gesperrt. Das war vor 10 Jahren noch ganz anders. Wir fahren über die äußerst marode Tromsö Brücke zurück zum CP.

Dort ist inzwischen ein Rudel Wohnmobile eingefallen. Die legen hier eine Zwischenübernachtung auf dem Weg zum Nordkap ein. Jetzt wird’s eng, nicht nur auf dem Platz (alle wollen immer erste Reihe am Fjord stehen). Auch vor den insgesamt 4 Duschen bilden sich Warteschlangen. Zeit, dass wir hier verschwinden. Dienstag machen wir uns bei echtem Shice Wetter auf den Weg Richtung Lofoten.

Irgendwann hinter Bjervik fahren wir auf der E10 Richtung Westen. Es fängt dermaßen an zu schütten, da wird uns mulmig. Als wir unvermittelt in eine Nebelwand geraten, hat Hermann die Faxen dicke. Der nächste Parkplatz an der Straße ist unser Schlafplatz. Ein Wohnmobil aus Frankreich steht schon da, aber Platz genug für zwei. Morgens um kurz nach 7:00 Uhr: lautes Hubschraubergeräusch über uns, kurz wackelt alles. Hermann schiebt ein Rollo hoch. Da, wo gestern noch das Wohnmobil stand, landet ein Hubschrauber. Ein paar Männer schnacken herzlich mit dem Piloten. Dann steigen sie alle in den Hubbi und fliegen wieder. Ihre PKWS bleiben geparkt. Ich würde mal sagen, kollegiale Fahrgemeinschaft auf Lofoten Art😄.

Am Inari See hatten wir ein Ehepaar getroffen, die unsere Route andersrum gefahren sind. Sie haben uns einen CP empfohlen. Sehr klein, eine frühe Ankunft ist von Vorteil.
Hermann gibt Gas – soweit es trotz der maroden Straßen und Dummie-Touristen möglich ist. Gegen 13:28 stehen wir in der ersten Reihe am Fjord 💪 yes, Sir!

Am nächsten Morgen (Donnerstag) verspricht das Wetter Gutes. Wir machen einen Tagesausflug quer über die Inseln bis zu dem kleinen Fischerort Å(=oh). Auf dem Weg lernen wir nicht nur die unterschiedlichsten Landschaften kennen, sondern auch die dunkle Seite des Wohnmobil Massentourismus. Hier ist grad Hochsaison. Etliche Male stehen wir im Stau. Und in jeder, wirklich jeder kleinen Ecke steht ein Wohnmobil. Die Parkplätze sind so voll, da passt nicht mal mehr ein Radfahrer drauf. Wenn man aussteigt, hört man Deutsch. Und wir waren so naiv zu denken, die deutsche Besatzung ist seit zig Jahren beendet.

Aber abgesehen davon: in der nördlichsten Ecke Europas befindet sich ein kleines Paradies, die Lofoten 🥰🧡

Am Freitag ist unser letzter Tag hier. Das Wetter gibt Vollgas. Wir fahren nach Henningsvær. Dort ist alles vollgestopft mit Touristen, Wohnmobilen. Keine Möglichkeit, den Pkw zu parken. Da es inzwischen 30 Grad Außentemperatur hat, beschließen wir, den Tag lieber am Fjord zu genießen. Vorher kaufen wir noch in Solvær ein. Auch hier: kein Durchkommen wegen der vielen Womos. Aber auch wir sind ja als Touris hier.

Hermann startet nochmal zum Angeln. Kein Glück. Wir legen Fleisch in die Grillpfanne. Der Pole nebenan hat 4 kleine Kabeljau gefangen. Eigentlich untermaßig. Müssten wieder zurück ins Wasser. Aber für ihn und seine Frau ein nettes kleines Abendessen. Wir bereiten alles für die Abreise am nächsten Morgen vor.
Die kostenlose Fähre von Solvær nach Skutvik hat nur begrenzt Platz. Um 6:00 Uhr sind wir die ersten in den Duschen. Um 7:15 Uhr heißt es: Tschüss Lofoten 👋👋

Wir stehen in der 3.Reihe, 2.Platz. Die Hoffnung, dass wir mitfahren dürfen, ist groß. Und sie erfüllt sich. Der Himmel weint Rotz und Wasser, als wir die Lofoten verlassen. Um 11:40 Uhr sind wir in Skutvik. Kleine Mittagspause auf einem Parkplatz. Es schüttet immer noch. Unser Sohn schickt uns ein sonniges Foto aus der Heimat. Er ist mit seiner Schwester im Freibad. Sonne im Herzen 🥰Gegen 18:00 Uhr finden wir einen wunderschönen Schlafplatz unterhalb eines Wasserfalls und am Ufer eines Fjords.

Erst sind wir happy. Aber als in einer halben Stunde 10 LKW an uns vorbei donnern, wird es Hermann zu laut. Wir fahren weiter bis Saltstraumen. Dort erinnert er sich an einen Riesen Parkplatz direkt unter der Flussbrücke. Den Parkplatz gibt’s noch. Inzwischen stehen aber auch ca. 30 Womos schon dort. Wir fahren also weiter. Solange bis wir irgendwo in der Pampa einen vernünftigen Platz finden. Dort übernachten wir. Über Internet können wir das Spiel GER-DEN sehen. Dazu gibt’s leckere Lachs-Gemüse-Pasta und einen Becher Schietwetter-Wein. Wenn die Jungs jetzt nicht verlieren ist alles super für uns.😊

Übrigens: wie schön Tromsö und die Lofoten sind, könnt ihr hier anschauen.

