was wir nicht wollen 😃
Wir sind Samstag an diesem süßen kleinen Campingplatz in Tällberg angekommen. Er liegt direkt am Siljansee. Der ist mal durch einen Asteroideneinschlag entstanden. Deshalb ringsum kleine und größere Hügel, fast wie im Schwarzwald. Auch die Häuser sind ganz anders als sonst in Schweden. Nix Bullerbü.

Es ist so ruhig hier, das einzige was zu hören ist: Wind, Gekreische von einem Möwenpärchen, wenn der Bussard aufsteigt. Lärmendes Geschrei von 4! (hört sich an wie 50🤭) Wildgänsen, die sich empört beschweren, wenn Camper mit ihrem Hund Gassi gehen. Wir genießen das sehr nach dem quirligen Stockholm.
Das Licht ändert sich hier ständig und macht diesen Platz zu einem magischen Ort.

Erst wollten wir Kajak fahren, aber dann hatte Hermann mehr Bock auf Angeln😊 Also hab ich in der Zeit bissel Haushalt gemacht. Und Muffins mit Blaubeeren gebacken. Mhmm- soo lecker! 😋 und ein småkliger Ersatz für den nicht gefangenen Fisch.

Irgendwann (war das Montag?) sind wir weiter Richtung Norden gefahren. Haben bei den Werkstätten in Darlarnaläns angehalten und nach Mitbringseln gestöbert. Gegen Mittag haben wir die südlichste Grenze der schwedischen Finnmark erreicht.

Diese Landschaft zu erleben lässt einen demütig werden, so schön ist sie. Als Hermann müde wird, halten wir am nächsten Campingplatz. Für 1 Übernachtung ist immer etwas frei. Schade, die Sauna ist noch nicht in Betrieb.

Wir erleben unsere erste helle Nacht. Es wird einfach nicht dunkel. Und es wird ar ..kalt. Am nächsten Morgen hängen dunkle Regenwolken ziemlich tief. Wir sind die letzten, die sich auf den Weg machen. Wie die Tage zuvor beeindruckt uns die Landschaft. In der Ferne sind noch schneebedeckte Gipfel zu erkennen. Leider nicht fotoreif. Das Licht ist nicht gut. Die ersten wilden Rentiere auf einer Schonung gesichtet. Kamera mit Teleobjektiv lag im Wohnwagen ☹️ keine Bilder.
Wir erreichen Östersund. Eine im Auftrag des Königs komplett am Reissbrett durchgeplante Stadt. Die meisten der Einwohner sind Samen. Im örtlichen Heimatmuseum Jamtly erhalten wir einen genauen Einblick in die Entwicklung des Jämtland. Ein Video über das Leben der Samen berührt unsere Herzen. Den „Indianern“ Europas fühlen wir uns verbunden.

Das am 6. Juni schwedischer Nationalfeiertag ist hatten wir nicht auf dem Plan. Jubel, Trubel, Heiterkeit. Jeder Besucher bekommt ein schwedisches Fähnchen.

Maria trägt traditionell Tracht und hat Geburtstag heute. Sie versucht uns für den örtlichen Seniorenverein anzuwerben. Als wir uns als Deutsche outen, lacht sie. Ihr Vater war Deutscher erzählt sie (auf Deutsch). Und ihr Bruder lebt in Bremen. Is nich wahr ?! Wir haben Spaß, aber das Getümmel geht uns zunehmend auf die Nerven. Also machen wir uns bald auf den Heimweg (zum Wowi).

Am nächsten Morgen geht’s weiter Richtung Norden. Wir fahren bis Strömsund. Und nehmen dann den Vildmarksvägen. Unterwegs sehen wir immer wieder Kranichpaare auf den Wiesen und haben tatsächlich eine kurze Begegnung mit unserem ersten Elch. In Gäddede übernachten wir.

Am nächsten Morgen nach einem leckeren Frühstück mit Rührei ziehen wir weiter. Beim Kopman treffen wir die ganzen Womos wieder, die schon vorm Frühstück abgereist sind. Haben die sich verfahren?? Oder wieso sind die noch hier?
Dann geht es weiter, erst Richtung Norden, dann mehr östlich. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen: es warten geradezu spektakuläre Augenblicke auf uns – quasi im Minutentakt. Wir sind in Schwedisch Lappland angekommen. Die Landschaft ist so weit, so gewaltig, so Ehrfurchts erregend. Das kann man nur schwer in Bilder oder Worte fassen.

Um 16:00 brauchen wir dringend eine Pause und entschließen uns, per Jedermannsrecht auf dem nächsten Rastplatz stehen zu bleiben. Einen schöneren (kostenlosen) Nachtplatz hatten wir bis jetzt nicht.

Unsere kulinarische Woche:

Übrigens: wenn einer von uns den anderen fragt: „Welcher Tag ist eigentlich heute?“und der andere antwortet: „Montag. Glaube ich. Keine Ahnung. Aber weißt du wie spät es ist?“ Und dann als Antwort kommt: „Nee, sieht aus wie 20:00 Uhr.“ Blick auf die Uhr: „Es ist 0:45.“ „Echt jetzt?!?“
DANN kennst du die Bedeutung von FREIHEIT.
Schaut einfach unsere Landschaftsbilder zum Verlieben an – und ihr werdet uns verstehen 🥰👋👋

