Nördlich vom Polarkreis

Finnisch für Dummies:

Hirv= Hirsch/ hirvi=Elch/Järvi=See/ Joki=Fluss/Ranta=Strand / Mäki=Hügel / Karhu=Bär/ kylä=Dorf

Hotelli, taksi, grilli, kahvi, aptheeki, erklärt sich selbst oder? Hotel, Taxi, Grillbude,Kaffee, Apotheke.

Ein panna kaka ist keine shice Auto Panne sondern ein Pfannkuchen 🤭 und salmi bedeutet Straße, nicht Salami. Also, hirvi salmi ist die Elchstraße. Elchsalami gibbet vielleicht beim Lidl.

Am Sonntag überschreiten wir bei dem schönen Monument eines Sámi-Tipis, das als Kota oder Laavu bezeichnet wird, den nördlichen Polarkreis. Nun gibt es keinen Sonnenuntergang/Aufgang mehr. Wir suchen einen Schlafplatz. Am Fluss gibt’s einen schönen, gut befahrbar. Kaum ist der Motor abgestellt, begehren Millionen Mücken Einlass in unseren Wagen. Wir steigen gar nicht erst aus. Auf einem Holzumschlagplatz hoffen wir auf weniger Mücken. Die finnische „Airforce“ stürzt sich mit allem was sie hat auf uns. Ulla macht in dieser Nacht kein Auge zu.

Montag ist der Inari See erreicht, stehen 2 Tage. Gasflaschen sind leer, aber in Finnland dürfen deutsche Flaschen nicht befüllt werden. Eine finnische zu kaufen, kurz vor der norwegischen Grenze, macht keinen Sinn. Nun haben wir nur noch die kleine Grill-Gasflasche.

Und zum ersten Mal müssen wir Geld vom Sparkonto nachschießen, weil Budget gerissen und zwar so richtig. Unsere Spritkosten im Juni bis jetzt 700 Euro. Und der Juni dauert noch bischen.

Finnland > teuer

Am Dienstagmorgen ist auf dem Platz Natoeinsatz. Zumindest hört es sich so an. Nachdem die Rollos oben sind: Erleichterung – unsere Mitcamper sind alle auf einmal abgereist. Nur der nette Witwer aus der Schweiz ist noch da. Seit gestern Abend ein neuer Fan in Hermanns Hydrauliksystem-Club (HHC)😂

Wir wollen den Tag nutzen, uns die Jäniskoski (koski=Stromschnellen) anzusehen. Der Weg dorthin ist barrierefrei. Wir sind nicht die einzigen, die heute hier unterwegs sind.

Zurück am Platz bereitet Ulla eine Linsensuppe aus allem Gemüse und Fleischeinlage vor, damit der Kühlschrank während der Fahrt nicht mehr laufen muss. So können wir Gas sparen. Als Hermann zur Kontrolle alle Flaschen wiegt, geschieht ein kleines Wunder: 1 große Flasche ist noch komplett voll. Na, da hat uns wohl der Inari Troll einen Streich gespielt🤪 aber die Linsensuppe ist megalecker!

Das Kajak fahren am Nachmittag wird gecancelt. Der Wind frischt auf, beim Anblick eines hüpfenden Fischerbootes verlässt uns der Mut. Eine halbe Stunde später setzt Regen ein, der macht nicht nur die „Nacht“ durch. Auch am nächsten Morgen trommelt es dem Wowi aufs Dach. Wir stehen einen Tag länger als geplant und schauen uns das Sámi Parlament „Sajos“ in Inari an. Dieses wurde zuerst in Finnland, danach auch in Norwegen und Schweden eingerichtet, um die speziellen Interessen der Sámi besser vertreten zu können. Die Vertreter der Sámi dürfen auch nur von Finnen mit nachweislich samischen Wurzeln gewählt werden. Sie haben keine Entscheidungsbefugnis, aber alle offiziellen Ämter müssen vor Entscheidungen, die speziell die Interessen der Ureinwohner betreffen, das Sámi Parlament konsultieren.

Das Sámi-Thing trifft sich 4-5mal im Jahr. Und jetzt ratet mal, wann die nächste Sitzung stattfindet? Jo. Genau. Heute. Wir durften rein, uns umsehen. Aber nicht in den Sitzungssaal, mucksmäuschenstill sein, Fotografierverbot. Fast wie im Bundestag eben. Auf Rentierleber mit Kartoffelpü in der Kantine hatten wir auch keine Lust. Aber im nächsten Supermarkt haben wir uns 1 Päckchen (=100g) Rentierschinken gegönnt. Was der kostet, wollt ihr nicht wissen.

Also, ab nach Hause. Kaffeetrinken, Kuchen essen. Morgen geht’s definitiv weiter. Richtung Norwegen.

Hei (Tschüss) Suomi, tervetuola (willkommen) Norge.

Donnerstag erreichen wir schon vormittags die norwegische Grenze. Den finnischen Regen ziehen wir wie eine Schleppe hinter uns her. So macht weder das Fahren noch das Fotografieren Spaß.

Am frühen Mittag wollen wir auf einem CP stehen bleiben. Der völlig vermatschte Platz, undefinierbare Sanitäranlagen- wir fahren direkt weiter. An der Tanke der nächste Schreck: Sprit ab 2,20€. Na toll.

Den nächsten CP finden wir über eine App. Bewertungen sind positiv. Hermann bucht, ohne sich den Platz auf der gegenüberliegenden Straßenseite anzusehen. Fehler. Der Platz ist eine Vollkatastrophe. Duschen müssen extra bezahlt werden. Keine Entsorgung. Für fast 40 Euro pro Nacht. Hermann lässt sich an der Rezeption das Geld zurück geben. Wollen die  natürlich nicht. Aber so ein stinksaurer ehemaliger Reisbusfahrer kann echt sehr überzeugend sein. Wir fahren Richtung Alta. Dort können wir unsere leere Gasflasche füllen. Und es soll einen schönen Campingplatz geben. Letzteres stimmt schon mal.

Nach diesem nervigen Tag schlafen wir wie kleine Eisbären. Nach dem Frühstück kümmern wir uns um das Befüllen unserer Gasflasche. Klappt, geht ratzfatz. Kostet allerdings doppelt soviel wie zu Haus. Touristen-Nepp überall. Das haben die reichen Norweger doch eigentlich garnicht nötig. Dann schauen wir uns noch die Nordlicht Kathedrale an.

Anschließend fahren wir zu den Felsmalereien ins Alta Museum. Weltkulturerbe. Die Felsritzungen wurden 1960 entdeckt. Sie sind zwischen 2000 und 7000 Jahre alt. Um sie besser sichtbar zu machen,  hat man einige mit rotem Ocker angemalt. Aber eigentlich sollen sie nur durch die jeweilige Lichteinwirkung sichtbar werden.

Bei bedeckten Himmel z.b. sind einige garnicht zu sehen. Wir können es nachspüren, warum die Menschen diesen Ort hier für heilig hielten. Nirgendwo in Skandinavien wurden mehr Felsritzungen gefunden als in Alta. Wir trinken am Ufer des Fjords einen Kaffee auf traditionelle Art. Eine nette junge Dame macht ein Foto von uns.

Dann gehen wir auf dem Pfad zurück, den vor 5000 Jahren schon andere Menschen vor uns gegangen sind. Hinauf zur „Natur“kirche. Der Blick auf den Fjord von da oben zum Niederknien.

Wegen dem schlechten Wetter gibt es diese Woche nicht so viele Bilder. Aber ein paar Bilder der Woche haben wir hinbekommen. 😀

Alta ist unser nördlichster Punkt. Nun fahren wir nur noch gen Süden. Für die, die sich wundern, dass wir Nordkap weglassen: da waren wir schon. Hermann gefühlt 1000mal. Und einmal im Leben reicht es wirklich 🙂

Übrigens: wenn du zur Mitternachtssonne am Inari See sitzt, um Erinnerungsfotos zu machen, dann bilde dir nicht ein, dass das wilde Winken von einem der trinkenden Letten gegenüber eine Einladung zum Herüberkommen und Mittrinken ist. Er versucht auch nur verzweifelt, die Milliarden Mücken zu verscheuchen. 😄 aber du kannst natürlich trotzdem zurück winken.

Hyvää päivää Finnland,

Tschüss Schweden…

(man spricht: heiwa peiwa und es bedeutet: Guten Tag)

Nach unserem ersten „Wildcampen“ fahren wir weiter Richtung Osten. Wir folgen einer alten Handelsstraße quer durch Lappland. Da die Samenkultur voll ist mit Geschichten von Riesen, Trollen und Elfen heißt sie ‚die Sagavägen‘. In Lycksele freuen wir uns auf eine typische Altstadt, aber werden enttäuscht. Die Altstadt besteht eigentlich nur aus einer Straße. Dafür viele Hochhäuser, die wir schon lange nicht mehr gesehen haben. Das Wetter erklärt sich solidarisch und lässt es in Strömen regnen. Wir fahren durch bis Umea.

Dort bekommen wir noch für den nächsten Tag einen Platz auf der Fähre nach Vaasa/Finnland. Hier angekommen erstmal die Uhr 1 Stunde vorstellen. Gezahlt wird in Suomi mit Euro. Die Sprache ist gewöhnungsbedürftig, lauter iis, ääs, öös. Also, nicht jeder Finne ist mit Vodka abgefüllt, wenn er mit dir spricht 🤭

Vaasa ist eine der ältesten Städte in Finnland, gegründet vom schwedischen König Karl Wasa. Wegen ihrer Geschichte ist die Stadt zweisprachig: schwedisch und finnisch. Wer hier aufwächst, spielt entweder Eishockey oder Fußball. 😄 Eine Besichtigung dieser Stadt fällt im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Der Regen fällt sturzbachmäßig vom Himmel. Safety first: wir halten auf dem nächsten Stellplatz. Kostenlos, mit Entsorgung, aber ohne Strom. Heizen und Kochen können wir mit Gas. Strom reicht mindestens 1 Tag.

Den nächsten Morgen beginnen wir mit einem anständigen Frühstück. Dann entscheiden wir, nicht die Küste entlang sondern mehr ins Landesinnere zu fahren. Es hat nämlich bis jetzt nicht aufgehört zu regnen. Und die Wetterapp macht uns auch keine Hoffnung auf Besserung. Iwann am späten Nachmittag erreichen wir Tampere. Finnland versöhnt uns mit Sonne und einem schönen Platz am See.  

Am nächsten Tag geht’s weiter Richtung Osten. Erreichen Jyväskyla. Geburtsort von Matti Nykänen, dem besten Skispringer aller Zeiten sowie dem Super Architekten Alva Alto. Nichts verlockt uns hier zubleiben. Ohne Pause geht es Richtung Kuopio. Ab Nachmittag versuchen wir einen Platz zum wildparken zu finden. Keine Chance. 20 km hinter Kuopio finden wir einen kleinen Campingplatz direkt am See (natürlich!) Die Sauna ist inklusive, aber leider kalt. Hermann der Reiseprofi beklagt sich bei der Rezeption. Wir dürfen zusammen später nochmal rein (eigentlich geschlechtergetrennte Sauna). Der nette Finne radebrecht auf Englisch „mit Badesachen auch gemischt Sauna“. Das wird ein herziger Abend 😃

Die beiden Kerle springen zum Abkühlen in den See, ich tunke nur meine Füße ein und geh lieber unter die Dusche. Als der Finne mit Hermann den Rest seiner zig Dosen Longdrinks teilen will, tritt der Gott sei Dank vorsichtig den Rückzug an.

Der Finne hat am nächsten Morgen mächtig Kopfschmerzen und bleibt noch. Wir zuckeln weiter Richtung Osten. Abseits der üblichen Touri-Strecke, aber auf einer offiziellen Straße, die sich als holperige Buckelpiste entpuppt. Das lässt den Wowi hüpfen wie einen Flummi und kostet uns ein Kühlschrankregal. Beim Öffnen der Schränke ist Kopf einziehen angesagt.

Wir sind in Nordkarelien, die russische Grenze ist nicht weit. Bei der himmlischen Ruhe können wir trotzdem gut schlafen.

Kilometerfressen ist nicht unser Ding. 2 Tage ausruhen am See haben uns gut getan.  Nun geht’s weiter Richtung Norden. Nachts wird es empfindlich kalt. Wir danken unserer fürsorglichen Nachbarin für warme Bettsocken.🤗👍

Wir machen kurz Stopp in einem kleinen Dorf mit typisch karelischer Bauweise: massiv Blockhaus, geteert und durch Malereien aufgehübscht. Russisch geprägt halt. Im nächsten größeren Ort ist ein Lidl. Wir machen unseren Kühlschrank voll, den Tank vom Kuga auch mal wieder. In Finnland schmerzen 24% MwSt. Auf unserem weiteren Weg besuchen wir auch das Stille Volk. Es handelt sich um mehr als 1000 Torfköpfe, so ähnlich wie unsere Vogelscheuchen. Der finnische Tanzkünstler Rejo Kela hatte sie zunächst für eine seiner Performance eingesetzt. Seit 1994 haben sie auf diesem Feld ein festes Zuhause. Eine Jugendwerkstatt in der Nähe zieht die Figuren 2mal im Jahr passend zur Jahreszeit an.

So gegen 17:00 sind wir bereits in Finnisch Lappland. Ein erstes Schild erklärt: hier Rentierzuchtgebiet. Nur 5 Minuten später haben wir ein Stelldichein mit 1 kleinen Herde auf der Straße. Aber diese unendlichen Wälder sind auch Wolfs- und Bärenland. Nur 125 km bis Russland = Stuhr-Hannover.

Gegen Abend steuert Hermann einen zauberhaften CP mitten im Wald an. An 2 Seen, mit Sauna. Natürlich.😊Da wir grillen wollen, wird es zu spät für die Sauna. Je nördlicher wir kommen, um so russischer die Sanitäranlagen und umso heißer die Getränke 😉

Übrigens: wenn du im Osten Finnlands an der Tanke stehst und plötzlich ein Wagen neben dir hält; darin eine ältere lächelnde Dame sitzt, welche dich mit einem strahlenden „Guten Tag!‘ begrüßt und dann in feinstem Hochdeutsch einen netten Smalltalk mit dir hält, weil sie sich soo freut, ein Auto aus der Heimat zu sehen, dann ist dir klar wie klein diese Welt ist und wie wichtig es ist, friedlich miteinander umzugehen.

Unsere kulinarische Woche:

Hier könnt ihr euch  Finnische Bilder von uns anschauen.

Wir müssen nichts machen

was wir nicht wollen 😃

Wir sind Samstag an diesem süßen kleinen Campingplatz in Tällberg angekommen. Er liegt direkt am Siljansee. Der ist mal durch einen Asteroideneinschlag entstanden. Deshalb ringsum kleine und größere Hügel, fast wie im Schwarzwald. Auch die Häuser sind ganz anders als sonst in Schweden. Nix Bullerbü.

Es ist so ruhig hier, das einzige was zu hören ist: Wind, Gekreische von einem Möwenpärchen, wenn der Bussard aufsteigt. Lärmendes Geschrei von 4! (hört sich an wie 50🤭) Wildgänsen, die sich empört beschweren, wenn Camper mit ihrem Hund Gassi gehen. Wir genießen das sehr nach dem quirligen Stockholm.

Das Licht ändert sich hier ständig und macht diesen Platz zu einem magischen Ort.

Erst wollten wir Kajak fahren, aber dann hatte Hermann mehr Bock auf Angeln😊 Also hab ich in der Zeit bissel Haushalt gemacht. Und Muffins mit Blaubeeren gebacken. Mhmm- soo lecker! 😋 und ein småkliger Ersatz für den nicht gefangenen Fisch.

Irgendwann (war das Montag?) sind wir weiter Richtung Norden gefahren. Haben bei den Werkstätten in Darlarnaläns angehalten und nach Mitbringseln gestöbert. Gegen Mittag haben wir die südlichste Grenze der schwedischen Finnmark erreicht.

Diese Landschaft zu erleben lässt einen demütig werden, so schön ist sie. Als Hermann müde wird, halten wir am nächsten Campingplatz. Für 1 Übernachtung ist immer etwas frei. Schade, die Sauna ist noch nicht in Betrieb.

Wir erleben unsere erste helle Nacht. Es wird einfach nicht dunkel. Und es wird ar ..kalt. Am nächsten Morgen hängen dunkle Regenwolken ziemlich tief. Wir sind die letzten, die sich auf den Weg machen. Wie die Tage zuvor beeindruckt uns die Landschaft. In der Ferne sind noch schneebedeckte Gipfel zu erkennen. Leider nicht fotoreif. Das Licht ist nicht gut. Die ersten wilden Rentiere auf einer Schonung gesichtet. Kamera mit Teleobjektiv lag im Wohnwagen ☹️ keine Bilder.

Wir erreichen Östersund. Eine im Auftrag des Königs komplett am Reissbrett  durchgeplante Stadt. Die meisten der Einwohner sind Samen. Im örtlichen Heimatmuseum Jamtly erhalten wir einen genauen Einblick in die Entwicklung des Jämtland. Ein Video über das Leben der Samen berührt unsere Herzen. Den „Indianern“ Europas fühlen wir uns verbunden.

Das am 6. Juni schwedischer Nationalfeiertag ist hatten wir nicht auf dem Plan. Jubel, Trubel, Heiterkeit. Jeder Besucher bekommt ein schwedisches Fähnchen.

Maria trägt traditionell Tracht und hat Geburtstag heute. Sie versucht uns für den örtlichen Seniorenverein anzuwerben. Als wir uns als Deutsche outen, lacht sie. Ihr Vater war Deutscher erzählt sie (auf Deutsch). Und ihr Bruder lebt in Bremen. Is nich wahr ?! Wir haben Spaß, aber das Getümmel geht uns zunehmend auf die Nerven. Also machen wir uns bald auf den Heimweg (zum Wowi).

Am nächsten Morgen geht’s weiter Richtung Norden. Wir fahren bis Strömsund. Und nehmen dann den Vildmarksvägen. Unterwegs sehen wir immer wieder Kranichpaare auf den Wiesen und haben tatsächlich eine kurze Begegnung mit unserem ersten Elch. In Gäddede übernachten wir.

Am nächsten Morgen nach einem leckeren Frühstück mit Rührei ziehen wir weiter. Beim Kopman treffen wir die ganzen Womos wieder, die schon vorm Frühstück abgereist sind. Haben die sich verfahren?? Oder wieso sind die noch hier?

Dann geht es weiter, erst Richtung Norden, dann mehr östlich. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen: es warten geradezu spektakuläre Augenblicke auf uns – quasi im Minutentakt. Wir sind in Schwedisch Lappland angekommen. Die Landschaft ist so weit, so gewaltig, so Ehrfurchts erregend. Das kann man nur schwer in Bilder oder Worte fassen.

Um 16:00 brauchen wir dringend eine Pause und entschließen uns, per Jedermannsrecht auf dem nächsten Rastplatz stehen zu bleiben. Einen schöneren (kostenlosen) Nachtplatz hatten wir bis jetzt nicht.

Unsere kulinarische Woche:

Übrigens: wenn einer von uns den anderen fragt: „Welcher Tag ist eigentlich heute?“und der andere antwortet: „Montag. Glaube ich. Keine Ahnung. Aber weißt du wie spät es ist?“ Und dann als Antwort kommt: „Nee, sieht aus wie 20:00 Uhr.“ Blick auf die Uhr: „Es ist 0:45.“ „Echt jetzt?!?“

DANN kennst du die Bedeutung von FREIHEIT.

Schaut einfach unsere Landschaftsbilder zum Verlieben an – und ihr werdet uns verstehen 🥰👋👋

Sommer in Stockholm

Am Montag sind wir vom Göta-Kanal in Richtung Stockholm gezuckelt. Haben uns etwas verunsichern lassen, was die Qualität unseres ausgesuchten CP angeht. Aber Hermann meint, wir müssen uns selbst ein Bild machen. Mit seinem Mix aus Norwegisch und Schwedisch gewinnt er die Wikinger immer sofort. Wieder Traumplatz ergattert. Und für uns ist die Qualität Sanitär/Service oki.

Dienstag war unser Orientierungstag, Metro gefahren, Gamla stan besucht. Riddarsholmen, eine der ältesten Inseln Stockholms erkundet. Wenn die Aida im Hafen anlegt, fallen die Touristen wie Heuschrecken in die kleinen Gassen ein.

Mittwochmorgen macht die Sonne Pause. Bestes Wetter für Museenbesuche. Touris und der allgemeine Ausflugstag der Förskôlkinder nerven.

Spontan für Schärenfahrt nach Vaxholm entschieden. Die Tour nach Sandhamn (Mord in Midsommar wird dort gedreht) hätte 8 Stunden gedauert! So war das alles VIEL besser, unser Highlight diese Woche. 🥰

Donnerstag nochmal Seniorenticket genutzt: wir fahren nach Drottningholm. schwedisches Mini-Versailles, privater Wohnsitz des Königspaares. Der Wachposten auf einmal ziemlich barsch, scheucht uns plötzlich weg, ein Auto verlässt das abgesperrte Terrain. Wer saß drin?  🤷‍♀️ keine Ahnung, konnten nix erkennen, aber vielleicht der König auf dem Weg ins Büro?😉

Am Freitag ist eigentlich chillen angesagt, aber Mittags langweilen wir uns und machen einen Abstecher nach Schloss Gripsholm. In Deutschland bekannt durch pikante Liebesgeschichte von Kurt Tucholsky und deren Verfilmung. Der war vor den Nazis nach Schweden geflohen und hier gestorben. Ob Suizid oder versehentliche Falscheinnahme von Schlaftabletten konnte nie geklärt werden. Beerdigt wurde er in der Nähe von Schloss Gripsholm im Örtchen Mariefred.

Abends fallen auf dem CP tausende Womos ein. Ein Schweizer Dubbel stellt sich direkt vor unser Wohnzimmer ☹️

Wir beschließen, am nächsten Morgen weiter zu ziehen.

Samstag morgen hobbsen wir weiter über Uppsala nach Leksand in der schönen Provinz Darlarna (die mit den Pferdchen). Besichtigung in Uppsala fällt wegen Gewitter ins Wasser. Dafür empfängt uns der neue CP so:

Kulinarische Woche: fand natürlich statt, aber Ulla hat meistens vergessen, rechtzeitig zu fotografieren 😇

Übrigens:

Dieses heimische Gefühl, wenn du in eine fremde Stadt kommst, Ikea, Bauhaus, Jysk, und Lidl liest; beim Einkaufen feststellst, alles ist in der Reihenfolge sortiert wie in Deutschland und dann, ganz einfach, mit Euro oder deiner EC-karte bezahlst – das ist für uns EUROPA und inzwischen UNVERZICHTBAR.

Natürlich haben wir gewählt bevor wir losgefahren sind. Macht euer Kreuz bitte nicht an der falschen Stelle, der braune Bodensatz kocht allerwärts nach oben.

Stockholm Lieblingsfotos haben wir diese Woche wieder sehr viele🤩

Und wenn wir uns satt gesehen haben

machen wir uns wieder auf den Weg.

Wir wollten uns die schöne Insel Öland ansehen. Wenn Königs hier seit ewigen Zeiten ihren Sommerurlaub verbringen, muss die Insel ja was zu bieten haben.

Unterwegs Halt in Karlstad gemacht. Eine der ältesten Orte in Schweden. Besonders gut gefallen hat uns das Naturreservat direkt vor/halb in der Stadt und die 400 Jahre alte Kirche.

Weiter ging es über Sölvesborg, dem schwedischen Pendant zu Wacken. Das Rockevent findet immer Ende Juni statt. Aber darüber hinaus ist der Ort bekannt für seine Ruine aus Wikingerzeiten, sein Schloss und die längste, nur für Fußgänger und Radfahrer gebaute Brücke Europas. Den Runenstein konnten wir nicht sehen, weil keine Parkmöglichkeit für Wowi.

Zwischenübernachtung in Ronnebyhamn gemacht. Platz mit freiem Blick auf die Schäre. Soo schön.

Das Highlight dieser Woche:

Um 4:00 Uhr vom Geschrei einer Gänsefamilie zum Sonnenaufgang geweckt worden. Vorsichtiges Öffnen der Wowi-Tür ließ den ebenfalls fischenden Reiher flüchten. Tür wieder zu und deshalb keine tollen Fotos.

Am nächsten Tag direkt nach Öland gefahren. Die ersten CP’s auf der Insel völlig überfüllt. Dann weitergefahren und einen schönen Platz im Wald gefunden. Den hatten wir ganz für uns allein.

2 Tage die Insel erkundet. Völlig geflasht von den verschiedenen Landschaften.

Schloss Soliden, Sommersitz der schwedischen Königsfamilie, hat uns dazu verführt, die Zeit zu verbummeln.

Am Donnerstag Öland verlassen Richtung Vimmerby. Unterwegs bei einer Elchfarm vorbei geschaut. Wenn der Elch sich nicht bewegt, siehst du ihn nicht.

Am See Hulingen Platz für die Nacht gefunden. Stehen erste Reihe direkt am See. Wowi abgestellt und nach Vimmerby gefahren.

Dort Astrid Lindgren besucht, auch ihr Elternhaus in Näs.

Freitag gemütlich nach Söderköping gezuckelt. Dort einen Stellplatz direkt am Göta-Kanal bekommen. Base bis Sonntag. Gleich am ersten Abend die Durchfahrt der MS Juno, Baujahr 1874 beobachtet.

Ein schönes Plätzchen hier 😍In der Galerie die Fotos aus Vimmerby, Öland und Göta-Kanal

Schwedisches Wörterbuch für Dummies:

Ein Fritidhus ist keine Frittenbude sondern eine Sporthalle. Tack så mycket heißt nicht“tacker die Mücke“, sondern vielen Dank. Das Schild Rum bedeutet nicht privater Alkoholverkauf, dort ist ein Zimmer frei. Ein Gulle Garden ist keine Toilettenentsorgung, sondern meistens ein Gartencafé. Und wenn du die Frage Vill du fikaren? mit einem freudigen Jo beantwortest, bekommst du heißen Kaffee serviert, sonst Nichts…

Kulinarisch war die Woche so:

Übrigens:

dieser Moment, wenn du auf dem neuen Campingplatz gerade aus dem Kuga steigst und so ein rustikal tätowierter, muskelbepackter schwedischer Endfuffziger auf dein Hermännchen zustürmt; du innerlich zusammenzuckst, weil du denkst „was geht jetzt ab?!“ und sich dann (very britisch) folgender Dialog entwickelt:

Schwedischer Altrocker: „hej, shall i help you move the van?“

Hermann, the German: „Thank you, it’s not necessary. I’ve a Mover.“

SR:“But we can move it with hands. No Problem.“

HG: “ Sure. But i like to present you the Show.“

Unvergesslich!😆😎

Was ihr wollt…

Wir wollten ein Abenteuer  – und bekommen ein Abenteuer 😎

Dienstag sollte es mit der Nils-Holgerson nach Trelleborg gehen. Nachricht auf Hermanns Handy: liegt mit Motorschaden in der Werft. Umgebucht auf die Tinkerbell. Neue Ankunftszeit: statt 19:30 nun 21:30.

Private Lounge war supi

Tatsächlich: 22:30. Gut, dass wir direkt neben dem Anlieger einen Stellplatz reserviert hatten.

Hermann, der Busfahrer direkt an den 30 wartenden Wohnmobilen vorbei durchs Gate. 😇 5 Minuten später schlummerten wir in unseren Betten.

Blick aus dem Fenster am Morgen

Am nächsten Morgen strahlender Sonnenschein. Auf dem Weg nach Ystad in der schönen Provinz Skåne am südlichsten Punkt Schwedens angehalten.

Smyge Strand

In Smygehamn die schwedische Version eines Fischbrötchens (mit frischgeräuchertem Lachs) gegessen. Das Highlight der Woche!

Ein sehr nettes schwedisches Ehepaar mit interessantem Wohnwagengespann kennengelernt. Er ist Reiseleiter. Haben sich die Reiseprofis gleich ausgetauscht.

(Wohnmobilfahrer sind entweder Deutsche oder Schweizer, aber immer sind sie ziemlich dubbelig)

Auf der Suche nach einem Plätzchen für unseren Wowi in Nybrostrand fündig geworden. Das Versprechen: wir dürfen bis Sonntag bleiben. Sagte die süße Blonde an der Rezeption.

Campingplatz Nybrostrand

Leider hat sie vergessen, das im System abzuspeichern.

Donnerstag: ihr müsst Freitag abreisen oder umziehen. Wir werden umziehen.

Donnerstag mittag Ausflug ins schwedische Stonehenge gemacht. Drohnenbilder nicht möglich: erst zuviel Leute, dann zuviel Ostwind.

Ales Stenar heißt das schwedische Pendant. Kleine Wanderung mit Steigung war angesagt. Haben Ulla’s kaputte Knie trotzdem geschafft.

Hermann ist die Strecke gleich zweimal gelaufen: Ulla hat die Sonnenblende vom neuen Weitwinkel verloren. Mein Held! 🥰Er hat sie wiedergefunden.

Freitag morgen: Dachluken offen gelassen und um 6:00 von der Sonne wecken lassen.

Nach ’nem Becher Kaffee unseren ganzen Prütt auf den neuen Stellplatz verschoben. Hermann hatte alles gut verpackt. Dauer des Umzugs: 30 Minuten. Neuer Platz mit Fliederbusch, Birkenbaum und Nachbarn aus Pinneberg. 😊

Dafür durch die Bäume kein Satellitenempfang. Iwas ist immer…

Donnerstag nachmittag echt heftiger Wind aus Ost.

Deshalb Spaziergang in Ystad. Nicht nur bei uns durch die Krimis um Kurt Wallander bekannt. Es gibt extra Fan-touren. Haben wir auf eigene Faust gemacht.

Samstag chillen und Wowi reisefertig machen. Sonntag geht’s weiter.

In der Fotogalerie unter ‚Ystad‚ könnt ihr euch unsere Erinnerungsperlen ansehen wenn ihr mögt. Bis dann 😎👋👋

Übrigens: wenn die Kameras extra gewartet werden und die eine dann trotzdem immer überbelichtet, nur um die Profifotografin zu ärgern…

kann Frau schon mal richtig vergnatzt werden. Jetzt  fotografiert der Profi im Vollautomatikmodus wie ein Amateur. Wenigstens stimmt jetzt die Belichtung.

Und wer glaubt, Camper ernähren sich hauptsächlich von Dosenravioli – so war unsere Woche kulinarisch:

JETZT GEHT’S LOS..

Ihr Lieben, gestern nun sind wir in unser großes Abenteuer gestartet.

Ganz gemütlich haben wir unseren Wowi nach Travemünde gezogen, wo wir seit gestern Nachmittag eine chillige Zeit auf dem Campingplatz verbringen.

Morgen ist See-Tag, denn dann fahren wir mit der Fähre nach Trelleborg.

Und ab Mittwoch erkunden wir dann einen Teil von Schweden. Wir werden euch hier immer Montags berichten wie unsere Woche so verlaufen ist. Ihr müsst also nicht täglich reinschauen. 🤗

Übrigens:
dieser völlig entgeisterte Blick eines 120 Td Euro Wohnmobilbesitzers, wenn Hermann, lässig mit 1 Hand in der Hosentasche den Wowi an seinen Platz zuckeln lässt, sich wie von Geisterhand die Stützen ausfahren, die SAT Anlage 2 Min. dreht und wir 5 Minuten nach dem Einparken zum Kaffeetrinken die Sportschau gucken können…

UNBEZAHLBAR 😂😂😂

Die Generalprobe

Für 2 Wochen werden wir unseren Wohnwagen mit allem drum und dran ausprobieren. Unsere Reise führt uns in den Süden, ins Elsass sowie an den schönen Bodensee.

Am ersten Tag sind wir bis zum Rhein gefahren mit einer Zwischenübernachtung in Braubach auf einem sogenannten GreenCampingplatz (alles nachhaltig organisiert, Solarstrom) campingamrhein.de.  Der hat uns eigentlich sehr gut gefallen, aber durch die nahe Straße und dem Schiffsverkehr war es sehr laut.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Speyer. Dort haben wir am Technik Museum übernachtet. Ohne Reservierung ein Überraschungsei, aber wir sind ja Glückspilze. Speyer ist eine interessante Stadt und ein Aufenthalt lohnt sich.

Für 1 Woche haben wir uns dann in Ihringen/Breisach auf einem tollen Campingplatz einquartiert: Kaiserstuhl Camping . Von hier aus haben wir Tagesausflüge nach Straßburg, Freiburg, Ribesquir und Colmar unternommen.

Wir haben eine ganz wunderbare Zeit hier verbracht und ziehen nun weiter an den Bodensee. Dort ist unser Stellplatz der Campingplatz Schloss Kirchberg in Immenstaad. Obwohl wir bereits Oktober haben, werden wir von der Sonne verwöhnt. Auch hier machen wir verschiedene Tagesausflüge, genießen aber auch einfach Camping am See. Dieser Flow, den wir schon die ganze Zeit erleben, gefällt uns ungemein. Wir stellen fest: für unsere große Reise fehlt uns nix, alles funktioniert bestens. Aber natürlich gibt’s immer noch was zu verbessern: TV am Bett wäre schön. Ein hydraulisches System zum Ausrichten des Wowis wäre eine große Hilfe für Hermann. Das gilt es noch nach zu rüsten.

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Ein Wochenende in Kollmar

Für eine ganz wunderbare Geburtstagfeier sind wir an die Elbe gefahren. Wir haben unseren Wowi auf dem kleinen Elbdeich-Camping direkt am Ufer abgestellt.  Dort testen wir unsere neue Drohne, mit der wir beeindruckende Luftaufnahmen machen wollen. Zumindest dort, wo es erlaubt ist. Einen leckeren Zitronenkuchen haben wir dort auch gebacken. Die Vorfreude auf unsere große Reise wächst. Im Herbst wollen wir das Equipment auf Herz und Nieren prüfen.